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"Schmisse, Lappen, Knochensplitter" | Teil2 (Fortsetzung)
"Schmisse, Lappen, Knochensplitter"[1]

Über das Paukarztwesen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts
unter besonderer Berücksichtigung von Heidelberg

Von Dr. jur. Peter Hauser Cisariae

Teil 2:

Immisch war seit 1864 mit Klara Ditteney, der Tochter von Joseph Ditteney, dem Besitzer der berühmten "Hirschgasse" am rechten Neckarufer[73] verheiratet. Er genoss bei Jung und Alt hohes Ansehen. Gegen sein "S'is fertig" gab es auch bei der hitzigsten Kontrahage oder PP-Suite keinen Widerspruch. Aufgrund seiner enormen Erfahrung liess er sich auch von medizinischen Autoritäten nicht imponieren. Von Antisepsis und Asepsis[74] hielt er als Praktiker der alten Schule nichts, und man nannte ihn deswegen auch den "Anti-Anti".[75] Seelenruhig holte er den Wundschwamm, den er in die Schmisse legte, aus seiner Westentasche, wo er im trauten Verein mit Zigarrenspitzen und Ähnlichem geruht hatte. Über 30'000 Nadeln hat er gelegt und war dabei noch sparsam.[76] Denn weil man damals vielerorts[77] noch sehr genau die Nadeln zählte, mit denen der Gegenpaukant geflickt werden musste, erfand Immisch zu ihrer Einsparung den "Haarzopf", der über Heidelberg hinaus[78] Schule machte. Dabei befestigte er bei Kopfschmissen Fäden an den umliegenden Haaren, zog daran den Schmiss zusammen und verknotete sie oder er verflocht unmittelbar die Haare zu beiden Seiten des Schmisses miteinander. Dadurch war einerseits die Wunde nicht mehr so breit, andererseits gab es aber noch genügend Öffnung für das Abfliessen des in den vorantiseptischen Zeit üblichen Wundsekrets, so dass das gefürchtete, weil gefährliche Wunderysipel ("Wundrose") weniger vorkam.[79]

Bild 5: Paukarzt Friedrich Immisch, 1852


Mit "Haarzöpfen" zu flicken war nur mit relativ langen Kopfhaaren möglich. Das ist Anlass für einen Exkurs zum Thema "Haarschnitt auf Mensur", das auch eine medizinische Seite hat. Seit jeher wurde in Deutschland nur höchst selten mit ganz kurz geschnittenem Haar gefochten[80], obwohl seitens der Paukärzte nach dem 1. Weltkrieg "die alte Unsitte, sein Kopfhaar möglichst lang zu lassen, damit es scharfe Hiebe abfangen kann" kritisiert und kurzer Haarschnitt und gründliche Kopfwäsche einen Tag vor der Mensur gefordert wurde.[81] Im 19. Jahrhundert spielte die Haarlänge keine Rolle, und es wurde den Paukanten lediglich geraten, sich vor der Mensur "den Kopf gründlich mit Seife und Wasser zu reinigen, da an den Haaren, den Schuppen usw. Entzündungserreger haften".[82] Vor dem Flicken war es daher nötig, die Haare in der Umgebung des Schmisses kurz zu schneiden oder gar zu rasieren[83], was von eitlen Paukanten als unschön empfunden wurde. Um 1900 wird deshalb lobend erwähnt, der Dresdener Paukarzt Dr. Braune habe eine "angenehme Neuerung eingeführt, bei welcher das Rasieren der Kopfhaare neben den Schmissen unterbleibt, so dass die hässlichen kahlen Stellen vermieden werden".[84]

Auch bezüglich Haarschnitt herrschten und herrschen in der Schweiz strengere Sitten. Aus Mensurphotos ist zu schliessen, dass man hierzulande seit etwa 1910 mit sehr kurzem Haar ("Paukschnitt") zur Mensur antritt. Abgesehen davon, dass lange Haare einen gewissen Schutz bieten und deshalb als zusätzliche Bandage und damit auf Mensur als "Ausdruck miserabler Moral"[85] gelten, sind sie beim Flicken hinderlich. § 41 Abs. 2 der geltenden Paukordnung des SWR besagt unter dem Randtitel "Bandage": "Haare dürfen nicht länger als fingerbreit sein."

Doch jetzt wieder zurück zu Dr. Immisch, der lange Haare für seine Flickmethode mittels Haarzopf geradezu brauchte. Berühmt wurde Immisch vor allem wegen der 1857 von ihm erfundenen und bis in die frühen 1860er Jahre überall eingeführten Paukbrille. Grund für die Erfindung der Paukbrille waren zwei unglücklich verlaufene Mensuren, bei denen kurz nacheinander Paukanten ein Auge eingebüsst hatten.[86] Keinen Erfolg hatte Immisch dagegen mit einer 1884 dem Kösener Congress vorgeführten Vorrichtung, mit der Knochensplitterverletzungen an der Schläfe verhindert werden sollten, die nach damaligen Begriffen militärdienstuntauglich machten.

Die blumigste mir bekannte Schilderung von Immischs Wirken stammt vom Juristen Geert Seelig, der 1883 beim Corps Vandalia Heidelberg rezipiert wurde.[87] Sie sei nachstehend im Wortlaut wiedergegeben:

"Plötzlich spritzt es aber auf der einen Seite tüchtig. "Halt! Immisch! Immisch!" Der kommt höchst missliebig von seinem Gulasch aufgestört aus dem Bandagierzimmer, besieht, wieder mit einem von seinen unvermeidlichen Schwämmen bewaffnet, den Schaden und sagt nach einer Weile: "Es kann weitergehn". - "Bei uns kann's weiter gehen." Und dann geht es weiter, bis die fünfzehn Minuten, die eine solche Partie erfordert. herum sind. (...) Manchmal kann es aber auch nicht weitergehen. Das fängt meist damit an, dass Immisch sagt: "Ich bitte zwei Schwämme". Und dann nach einigem Betrachten: "Der ist fertig." Der Sekundant des "Abgestochenen" tritt, die Mütze abnehmend, zum Unparteiischen und sagt: "Wir erklären Abfuhr." - "Silentium! Der Paukant (des und des Corps) ist abgeführt!" Der Abgeführte wurde dann zu Immisch ins Bandagierzimmer gebracht, in einen wattierten Überwurf gehüllt und dann auf des unerbittlichen alten Praktikus Geheiss von den Füchsen solange mit Eiswasser gekühlt, bis kein Tropfen Blut mehr rann. Dann begann der Alte, der sich mit seiner chirurgischen Klinik zwischen zwei Tischen am zweiten Fenster angesiedelt hatte, sein grausames Werk. Immisch war in seiner Art ein Künstler und ein ganz famoser alter Kerl. Aber Menschenliebe erfüllte ihn nicht bei seinem Flickwerk, sondern nur das Bedürfnis seiner veralteten Kunst. (...) Den Füchsen stand Immisch ziemlich kühl gegenüber. Sobald aber jemand ins Corps recipiert war, trank er mit ihm Schmollis. Auf jede Corpskneipe kam er einmal im Semester, auf Kommersen sass er am Westfalentisch.[88] Er hatte eine unglaubliche Erfahrung und Routine. Bis Mitte der achtziger Jahre soll er bei zwölftausend Mensuren mitgewirkt haben. Er flickte die schlimmsten Schmisse auf das fabelhafteste zusammen, so bös zugerichtete Gesichter, wie man anderwärts sah, entstanden unter seiner Hand nie. Das wunderbarste war aber, dass er eigentlich nie Eiterungen und Entzündungen und dergleichen trotz seiner mittelalterlichen, jeder doch schon damals bruchstückweise bekannten chirurgischen Hygiene spottenden Methoden hatte. Allein schon schauerlich, wenn er auf der Hirschgasse durch einen Schmiss aufgestört, zunächst seinen Pfälzer Kneller, den er unweigerlich rauchte, mit der Hand wieder festdrehte und dann mit dem gleichen Finger ohne jedes Zwischenspiel sofort in den frischen Schmiss griff. Als 1884 der S.C. kategorisch von Immisch antiseptische Behandlung verlangte, kam dieser der Neuerung dadurch nach, dass er seine Pillenschachtel voll Jodoform in der Westentasche trug und nun morgens, auf seinem Rundgang bei seinen Pfleglingen, diesen nach dem neuen Verbinden oder was er sonst gemacht hatte, mit seinem Taschenmesser eine Prise aus der Schachtel darüber streute wie Pfeffer auf Beefsteak. Seine grösste Weisheit war aber wohl die, dass er nie bei schweren Forderungen auf Säbel oder Pistole als Arzt wirkte und alle Fälle von irgendwelcher Komplikation sofort in der Chirurgischen Klinik ablieferte.[89] Solche alten Paukärzte gab es derzeit noch vielfach, zum Teil mit den wunderbarsten Spitznamen, so in Marburg "die Ratte" und in Göttingen "den Püster". Während Immisch so sein Flickwerk besorgte, bei dem alle Beteiligten und Unbeteiligten höchst interessiert zusahen, brüllte irgend jemand ins Flicklokal: "Nächste Partie!", und dann ging es weiter, bis das ganze oder halbe Dutzend des Bestimmzettels erledigt war."

Bild 6: Die Abfuhr, Heidelberg um 1899, man beachte die Giesskanne mit "Kühlwasser"!


Am Anfang dieser Schilderung lesen wir von einem Bandagierzimmer. Immisch musste nicht im Pauklokal selbst arbeiten, sondern es stand ihm in der Hirschgasse ein separater Bandagier- und Flickraum zur Verfügung. Einen solchen gab es auch im berühmten Tübinger Mensurlokal "Waldhörnle" an der Strasse nach Hechingen, wo von 1888 bis Mitte der 1930er Jahre fast alle Mensuren ausgetragen wurden. Dort standen im Flickzimmer in einer Reihe und in rechteckigen "Blutwannen" aus Metall drei Behandlungsstühle aus Holz.[90] Eine "Flickstube", und zwar für jedes Corps eine eigene, gab es Ende der 1880er Jahre auch im ländlichen Pauklokal der Marburger Corps. Bei diesen wirkte offenbar nicht wie in Heidelberg nur ein einziger SC-Paukarzt, sondern jedes Corps hatte einen eigenen Doktor,[91] was u.a. den Vorteil hat, dass man bei länger dauerndem Flicken keine langen Pausen zwischen den Mensuren einlegen muss.

Bild 7: Im Bandagier- und Flickzimmer der "Hirschgasse", in der Bildmitte mit Bart Paukarzt F. Immisch, 1885/86


Immisch fand also dank eigenem Arbeitsraum für sein Wirken gute äussere Bedingungen vor.[92] Und so erstaunt es nicht, dass er trotz seiner altmodischen Flickkunst nur einmal, im Jahre 1862, einen Burschenschafter namens Wolde durch den Tod verlor, aber auch nur wegen ganz besonders widriger Umstände.[93] Immisch nahm das Wohl seiner Patienten durchaus ernst und betonte stets, wie wichtig das zeitgerechte Abführen sei:

"Die Mensur muss beendigt sein, wenn eine Verwundung herauskommt, die es wünschenswerth oder nöthig macht, den Verwundeten abzuführen. Dies wird auf manchen anderen Hochschulen oft unterlassen und mancher Paukant grässlich zugerichtet und gefährlich verwundet, wenn dem Secundanten, der zu bestimmen hat, ob der Gehauene abgeführt werden soll, das Paukbuch höher steht als das Wohl seines Paukanten und der ärztliche Hilfe leistende Mediziner nicht das Recht hat, den Betreffenden abzuführen."[94]

Doch mit der Zeit war Immisch doch nicht mehr ganz auf der Höhe der paukärztlichen Kunst. Im Wintersemester 1884/85 erkrankten alle von ihm verarzteten Paukanten eines Bestimmtages an Wundrose[95], was das Vertrauen in den alten Paukarzt erschütterte. Ein Jahr später pensionierten ihn die Corps, setzten sich aber dafür ein, dass Immisch 1886 aus Anlass des 500-Jahr-Jubiläums der Universität Heidelberg den Titel Dr. med. erhielt. Einige wenige Semester später musste Dr. Immisch altershalber auch bei den Burschenschaften den Dienst quittieren. Von den Corps des Heidelberger SC bezog er ein jährliches Ruhegehalt von 2'000 Mark und von den Burschenschaften Heidelbergs ein solches von 500 Mark, was zusammen einem heutigen Geldwert von etwa 63'000 Franken bzw. 42'000 Euro entspricht. Nach seinem Tod am 22. Februar 1892 nahmen alle von ihm betreuten Korporationen bei der Beerdigung offiziell teil.

Nachfolger Immischs wurde Dr. Keller, über den ich leider keine näheren Angaben gefunden habe. 1901 übernahm Dr. med. Carl Huber, Alter Herr der Burschenschaft Allemannia Heidelberg, das Amt des Paukarztes. Er starb 1951, von allen schlagenden Verbindungen betrauert, im Alter von 83 Jahren[96] Unter dem Pseudonym "Zacharias" wird Dr. Huber in den Erinnerungen des aus dem Elsass stammenden, 1912 rezipierten Heidelberger Rhenanen Paul Bertololy bei dessen elfter Partie gegen den Vandalen Ellenberg auf der Hirschgasse wie folgt erwähnt:[97]

"In dem Vorraum, der mit einigen rohen Tischen und offenen Spinden für das Paukzeug, sowie an der Fensterreihe einem chirurgischen Stuhl auf einem blechernen Bodenbelag ausgestattet war, herrschte die gewohnte Tätigkeit. Der stämmige, schon leicht ergraute Paukarzt Zacharias in seiner hochgeknöpften weissen Bluse, die Ärmel über den behaarten Armen metzgerhaft aufgekrämpelt, richtete, gemütlich seine Zigarre rauchend, die Becken mit Carbollösung, die Wattepäcke und Nickelinstrumente zurecht."

Weil in Heidelberg damals traditionsgemäss nur ein einziger Paukarzt im Einsatz war, musste unser Berichterstatter, nachdem er wegen eines Nasenschmisses abgeführt worden war, warten, bis der offenbar noch schwerer lädierte Vandale von Dr. Huber alias Zacharias geflickt worden war:

"Wenn nur der Paukarzt endlich fertig wäre! Der war in diesen Dingen durch und konnte Gewissheit geben. Aber der stand mitten in seinem blutigen Handwerk: In unzerstörbarer Gemütsruhe unter faulen Witzen und riesenhaften Zoten unterband er die drei Arterienklemmen, die ab Ellenbergs linker Kopfseite baumelten und die spritzenden Adern verschlossen, schnitt mit einer gebogenen Schere die Haare längs der Wundränder kurz, fuhr mit der Sonde, scharfem Löffel und Zange in die Wunden, um die Knochensplitter zu entfernen, und schritt zur Hautnaht. Der Vandale, der keine Miene verzogen hatte, erhob sich etwas taumelnd, den Kopf in einen dicken Verband gehüllt. Das mochte eine gute halbe Stunden gedauert haben; nun sah ich mich unter den beflissenen Händen von Zacharias. Hermann hatte mir einen Schnaps gereicht und hielt mir wie eine treubesorgte Mutter die Hand. "Na, denn los!" sagte Zacharias ermunternd. "Sonst noch was im Gesicht?" - "Ausser der Stirne nicht dass ich wüsste." Ein karboldurchtränkter Wattebausch fuhr mir über das Gesicht, und die Nase klappte mir zur Seite."[98]

Mit diesem prächtigen Stimmungsbild aus Alt Heidelberg sei der Streifzug durch das Paukarztwesen des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts beendet. Die Behandlungsmethoden heutiger Paukärzte haben sich gewiss stark geändert, und es wird mit grösster Sorgfalt und modernen Mitteln gearbeitet. Und trotzdem ist auch das Flicken unmittelbar nach der Mensur und ohne Betäubung etwas, was die besondere und nur schwer beschreibbare Atmosphäre eines Pauktages ausmacht. Mögen daher an ihres "Lebens Wagemorgen" noch lange Zeit Studenten den Speer schwingen.



Anmerkungen
[73] Der um 1790 gebaute grosse und hohe Saal in der "Hirschgasse" war von 1826 bis zum 1. Weltkrieg und hernach von 1919 bis 1926 das bevorzugte Pauklokal der schlagenden Verbindungen Heidelbergs. 1926 ging die badische Regierung scharf gegen das Mensurfechten vor, und es mussten die Partien auf hessischem Boden ausgetragen werden. Gefochten wurde vor allem in Neckarsteinach, zunächst in der "Harfe" in und nach deren Abbruch 1931 im "Schwan". Blessierte Paukanten mussten bei einem AH des Corps Rhenania in Ziegelhausen die Nacht abwarten, bis sie im Schutze der Dunkelheit auf die Corpshäuser oder in die Buden transportiert werden konnten. Von 1933 bis zur Suspendierung der Korporationen im Jahre 1935 konnte dann wieder auf der Hirschgasse gefochten werden. Die ersten Mensuren nach dem 2. Weltkrieg fanden im Geheimen statt. Denn obwohl der deutsche Bundesgerichtshof BGH am 29.1.1953 die Bestimmungsmensur als straffrei erklärte hatte, verbot der Senat der Universität Heidelberg nur wenige Monate später die Mensur und das Farbentragen. In der Hirschgasse konnte daher nicht mehr gefochten werden. 1954 brannte der berühmte Saal ab, und der 1957/58 gebaute neue Saal war nur noch halb so hoch. Zudem hatten nicht alle der mehrfach wechselnden Wirte Verständnis für das Waffenstudententum. Die Hirschgasse, die mehrere zehntausend Mensuren gesehen hatte, verlor die frühere Bedeutung als "ältestes Pauklokal Deutschlands". In den 1980er Jahren musste der Pauksaal Fremdenzimmern weichen. Jetzt ist die Hirschgasse ein nobles Hotel.zurück

[74] Antisepsis = Bekämpfen der Bakterien, Asepsis = Fernhalten der Bakterien.zurück

[75] Paschke (Anm. 25), Seite 142.zurück

[76] Chronik der Hirschgasse (Anm. 38), Seite 77.zurück

[77] In München z.B. heute noch. Das sog. "Nadelverhältnis" spielt für das fechterische Ansehen eines Corps immer noch eine Rolle. Mehr Nadeln austeilen als kassieren lautet die Devise.zurück

[78] Für Tübingen: Bauer Erich, Tübinger Mensur 1808-1890 (Anm. 35), Seite 24 und 30 Note 16; nach einem Tübinger SC-Beschluss vom 17.7.1865 zählte aber ein Haarzopf als zwei Nadeln. Für Dresden um 1880 siehe Schüler (Anm. 12), Seite 446: "Gedacht sei noch der eigenartigen Zusammenziehung von Haarsträhnen, die gelegentlich ausser der üblichen Heftstiche oder Karlsbader Nadeln angewendet wurden."zurück

[79] Paschke (Anm. 25), Seite 128.zurück

[80] In den bei Setter (Anm. 60) abgedruckten 37 geltenden Paukcomments findet sich keine einzige Bestimmung über den Haarschnitt.zurück

[81] Purrucker (Anm. 3), Seite 26.zurück

[82] Vockinger, Chirurgisches Vademecum, Seite 17.zurück

[83] Eichholz, Der Paukarzt, Seite 13 mit der Einschränkung, bei Schmissen "im Bart" sei kein so rigoroses Rasieren erforderlich; Vockinger, Vademecum, Seite 17 und Purrucker (Anm. 3), Seite 34.zurück

[84] Schüler (Anm. 12), Seite 446.zurück

[85] So die Akademische Turnerschaft Rhenania zu Bern in einem Brief an die Helvetia Zürich, der zu einer achtgliedrigen PP-Suite führte, die am 14. Februar 1981 im Gasthof "Hirschen" zu Hinwil im Zürcher Oberland ausgefochten wurde; siehe Festschrift 175 Jahre Akademische Turnerschaft Rhenania Bern, Bern 1991, Seite 69.zurück

[86] Chronik der Hirschgasse (Anm. 38), Seite 68.zurück

[87] Seelig Geert, Ein Heidelberger Bursch vor fünfzig Jahren, Von deutschen Studenten, Schleswig-Holsteinischer Juristerei und Soldatentum in Berlin im Bismarck'schen Reich, Erinnerungen, Heidelberg 1933, Seite 61 f.zurück

[88] Tisch des Corps Guestphalia Heidelberg (fusionierte 1950 mit dem Corps Vandalia zum Corps Vandalo-Guestphalia, trat 1972 wegen Aufgabe des Mensurprinzips aus dem KSCV aus).zurück

[89] Auf der Hirschgasse wurden recht bald nach dem Krieg von 1870/71 keine schweren Mensuren, d.h. keine Säbelmensuren oder gar Pistolenduelle ausgetragen; vgl. Chronik der Hirschgasse (Anm. 38), Seite 82.zurück

[90] Siehe die etwas verblasste Photographie bei Biastoch, Bestimmungsmensuren (Anm. 11), Seite 24.zurück

[91] Vgl. Bloem Walter, Der krasse Fuchs, Roman, 1906, Seite 18 ff.; Bloem war 1887 beim Corps Teutonia Marburg und 1888 beim Corps Lusatia Leipzig aktiv und hatte 24 Partien gefochten.zurück

[92] Purrucker (Anm. 3), Seite 8, betont, wie wichtig ein für den Arzt reserviertes Flickzimmer sei: "Es geht nicht an, dass der Paukarzt kümmerlich in einer freien Ecke des Bandagenzimmers oder gar des Pauksaals unterkommt und sich vor den Bandagen des Farbendieners und seiner Helfer nicht retten kann." Er will auch das Zusehen beim Flicken auf Mediziner und nächste Freunde des Paukanten beschränken.zurück

[93] Chronik der Hirschgasse (Anm. 38), Seite 77; Paschke (Anm. 25), Seite 142.zurück

[94] Immisch, Ueber das Pauken, Seite 5.zurück

[95] Graebke (Anm. 57), Seite 21.zurück

[96] Graebke (Anm. 57), Seite 21. Dr. Huber soll während 34 Jahren ungefähr 25'000 Schlägerpartien beigewohnt und dabei stets beide Paukanten, also etwa 50'000 an der Zahl behandelt haben. Er war 1925 in einer Zweikampf-Strafsache vor dem Badischen Schöffengericht in Heidelberg Sachverständiger über die Frage der Gefährlichkeit der Mensur und legte dar, es sei während seiner Tätigkeit als Paukarzt niemals nötig gewesen, für die Verletzten klinische Behandlung zu beanspruchen und es sei auch nie eine lebensbedrohende Verletzung vorgekommen; Schüllenbach (Anm. 48), Seite 9.zurück

[97] Bertololy Paul, Alt-Heidelberg ewiger Studententraum, Schriftenreihe des Corps Rhenania Heidelberg, Band 2, Heidelberg 1997, Seiten 59. Der Autor verwendet für die Akteure fast nie den richtigen Namen. In den Anmerkungen des Herausgebers, Seite 148, wird die Ansicht vertreten, bei Dr. Zacharias handle es sich um den berühmten Paukarzt Immisch. Das ist zu bezweifeln. Die Schilderungen von Bertololy sind autobiografisch. Er trat im Herbst 1911 als Fuchs dem Corps Rhenania bei, wurde 1912 rezipiert und verliess Heidelberg 1913, um seine Studien in Strassburg fortzusetzen (Einst und Jetzt, 1971, Seite 164). Der 1892 verstorbene Immisch konnte ihm nur vom Hörensagen bekannt sein. Hingegen dürfte er sich an den während seiner Aktivzeit amtenden Paukarzt, der ihn mehr als zehnmal geflickt hatte, genau erinnert haben, und das war Dr. Carl Huber.zurück

[98] Bertololy (Anm. 97), Seite 6zurück