Vitodurania

Startseite  Geschichte  Chronik admin
QUICK LINKS
Glossar
Fragen & Antworten
Stud.hist. Notizen
Seite für Kantonsschüler
150 JAHRE VITODURANIA
Zur Bildergalerie 1
Zur Bildergalerie 2
VITODURANIA APP

Impressum

* interne Seiten
Chronik der Vitodurania 1863-1997   Artikel drucken  Artikel per E-Mail empfehlen
Verfasst von Dr. Peter Hauser v/o Star

Ziel der Chronik ist es, in geraffter Form einen Überblick über die Geschichte der Vitodurania und deren Traditionen zu vermitteln. Die Aufzeichnungen gründen auf den Protokollbüchern und den teilweise längst vergriffenen und deshalb den jüngeren Mitgliedern nicht mehr leicht zugänglichen Festschriften zu den früheren Jubiläumsfeiern.
1. Teil: Gründungsstadium 1863-1883
2. Teil: Ruhige Fortentwicklung 1884-1914
3. Teil: Neuere Zeit 1915-1945
4. Teil: Neueste Zeit ab 1946
1. Teil: Gründungstadium 1863-1883
 
1862 Reorganisation des städtischen Gymnasiums und der Industrieschule. Verlängerung der Schulzeit auf sechseinhalb Jahre.
1863 29. Oktober: Sechs Schüler der 5. Klasse des Gymnasiums gründen den «Gymnasialverein Winterthur». In 31 Paragraphen bestimmten sie seinen Zweck und setzten die Grundlinien seiner Organisation fest. «Wissenschaftliches Streben und Selbständigkeit im Arbeiten durch belehrende und unterhaltende Übungen zu fördern und eine nähere Verbindung der Mitglieder anzuknüpfen», war das Ziel des Vereins. Eintrittsberechtigt waren Schüler «von unbescholtenem Rufe» der drei oberen Klassen des Gymnasiums. Die Leitung des Vereins oblag einer Kommission, bestehend aus einem Präses, einem Aktuar (zugleich Quästor) und einem Ersatzmann. Für die Deckung der finanziellen Bedürfnisse wurden ein Eintrittsgeld von Fr. 1.- und ein Monatsgeld von Fr. -.50 erhoben. Der Hauptzweck der Vereinigung, wissenschaftliches Streben zu fördern, wurde in wöchentlichen Sitzungen von wenigstens zwei Stunden Dauer gepflegt. Jede dritte Woche sollte ein Vereinsblatt mit dichterischen oder humoristischen Arbeiten der Mitglieder erscheinen. Studentische Attribute fehlten am Anfang völlig.
Die Gründer waren: Jakob Fischer, von Maur (später v/o Brumm)
Karl Haggenmacher, von Winterthur (später v/o Knirps)
Jakob Keller, von Fischenthal (Vulgo unbekannt)
Adolf Mende, von Oberrieden (später v/o Schwindel)
Jakob Müller, von Wülflingen (erster Präsident, später v/o Saul)
Georg Wurster, von Winterthur (später v/o Faust)
1863 7. November: Erste Sitzung zu Hause bei Adolf Mende. Sie wurde mit einer Ansprache des Präsidenten über den Zweck des Vereins eröffnet. Sodann wurden die Statuten vorgelesen und einstimmig angenommen, worauf ein Vortrag von Fischer folgte über das Thema «Warum ist es gut, dass der Mensch die Zukunft nicht vorauswisse?» Es folgten einige Deklamationen wie «Tells Monolog», «Die letzten Zehn vom vierten Regiment» und "Tells Tod". Nach einigen Gedichten schloss die erste Sitzung mit einer eifrig geführten, aber unentschiedenen Disputation über die Frage, «ob den Tieren die Vernunft abzusprechen sei».
1863 20. Dezember: Neuer Vereinsname «Paideia» (griechisch Erzieherin), weil «der Verein zum Zwecke habe, zur Belehrung und Bildung seiner Mitglieder mitzuwirken». Beschluss, rot-weiss-blaue Farbenbänder anzuschaffen und an den Sitzungen zu tragen (rot -weiss für Winterthur und die Eidgenossenschaft, blau für den Kanton Zürich). Beratung über Beschaffung von Kommersbüchern, um «künftig die Sitzungen durch einige Lieder verschönern zu können».
1864 19. Mai: Aufnahme von vier weiteren Mitgliedern aus der nächst unteren Klasse. Einführung des blau-weiss-blauen Farbenbandes.
1864 2. Juni: Wahl des ersten Cantusmagisters, damals noch «Gesangsdirektor» genannt.
1864 August: Erste und für die Einführung studentischer Sitten und Gebräuche wichtige Kontaktnahme mit der bereits 1847 gegründeten Gymnasia Turicensis in Zürich.
1864 15. September: Anschaffung von weissen Mützen. Jedes Mitglied erhält einen Spitznamen (Cerevis, Vulgo).
1864 28. September: Der erste Zirkel wird entworfen.
1864 5. Oktober: Erste "feuchte Sitzung" (Abendschoppen) im Restaurant Schlössli an der Neuwiesenstrasse (heute Restaurant Aubergine).
1864 12. Oktober: Einführung der Devise «litteris et amicitiae» und Wahl des ersten Quästors als dritter Chargierter. Erstmals wird in corpore bei der Gymnasia Turicensis ein Kommers besucht.
1864 WS 1864/65: Die Freundschaft sollte im besonderen durch ausschliesslich dem Vergnügen gewidmete Anlässe gepflegt werden, wie Ausflüge in Winterthurs nächste Umgebung und «feuchte Sitzungen» in irgendeiner passend scheinenden Wirtschaft, so nach und nach «usu et consuetudine» in der «Schmiedstube» (Neustadtgasse 4).
1865 11. Februar: Auftrag an Wilhelm Frei v/o Strubel, «eine Abfassung des Biercomments zu besorgen». Beschluss, der Scaphusia (gegründet 1858) brieflich freundschaftliche Beziehungen vorzuschlagen.
1865 18. Februar: Der von Strubel (nach einem fremden Muster) abgefasste Biercomment wird von jedem Mitglied abgeschrieben.
1865 Frühjahr: Öffentliche Aufführung von Benedikts «Langem Israel».
1865 21. Mai: Erstes Treffen mit der Scaphusia in Andelfingen. Im gleichen Monat erste Kontakte zur Gymnasia Bern (gegründet 1840).
1865 Juni: Die Paideia zählt 24 Mitglieder und muss ein eigenes Lokal suchen. Dieses wird im «Wilden Mann» beim Obertor gefunden.
1865 Juli: Erste Kneipe der Paideia in der «Krone» Töss.
1865 Sommer: Erste Kontakte zur Thurgovia (gegründet 1862) und zur Paedagogia Basel (gegründet 1845).
1865 Herbst: Die Gründer verlassen nach bestandener Maturität Schule und Verein.
1865 8. Oktober: Konstituierende Versammlung des seit 1858 in den Reihen der Gymnasialvereine Basel, Bern und Zürich diskutierten «Schweizerischen Gymnasialvereins» in Winterthur mit folgenden Gründungssektionen: Gymnasia Bern, Paedagogia Basel, Gymnasia Zürich, Scaphusia, Thurgovia und Paideia Winterthur.
1865 WS 1865/66: Der Zirkel erhält die heutige Form. Der Name «Paideia» weicht allmählich der Bezeichnung «Circulus Vitodurensis».
1866 12. Februar: Erster Bummel nach Teufen.
1866 3. April: Nach dem Vorbild anderer Gymnasialvereine werden blaue Mützen eingeführt.
1866 7. April: Jakob Bär v/o Boileau wird zum ersten Fuchsmajor gewählt.
1866 Sommer: Uneinigkeit, Austritte, erste Krise. Rektorat schreitet gegen die «überbordende Fidelität» ein. Obligatorische Kneipen werden verboten. Ohne Bewilligung des Rektorates darf überhaupt nicht länger als bis nachts elf Uhr gekneipt werden. Treffen mit den Schwestersektionen haben zu unterbleiben.
1866 5. Oktober: «In aller Stille» begeht man in der «Krone» zu Töss das dritte Stiftungsfest.
1867 Sommer: Rückkehr zur Fidelität. Aus dem Protokoll: «Die erfreuliche Sitte, nach der Sitzung in corpore in die Kneipe zu gehen, ist, Gott sei Lob und Dank, ziemlich durchgängig eine fixe geworden, was um so wünschenswerter ist, als wir sonst wenig Kneipereien haben und trotz der Anfeindungen von seiten spiessbürgerlicher Philister einen sehr soliden, vielleicht nur zu soliden Lebenswandel führen.» Bevorzugtes Kneiplokal war der «Stiefel» (Marktgasse 57).
1868 12. Januar: Erste Weihnachtskneipe (später Weihnachtskommers genannt) im Restaurant Sonne.
1868 11. August: Fackelzug zu Ehren des abtretenden Rektors Geilfus unter Zuziehung des ganzen Gymnasiums und der Industrieschule.
1868 «Stürmischer» Herbstkommers. Der neue Rektor Dändliker schreitet ein und droht mit der Auflösung des Vereins. Im WS 1868/69 nur noch fünf Mitglieder.
1869 Sommer: Einführung von Turn- und Fechtstunden. Die 1866 verbotenen Treffen mit anderen Gymnasialvereinen leben wieder auf.
1870 Der schweizerische Gymnasialverein erregt den Unwillen der Lehrerkonvente an den meisten Gymnasien. Dem Winterhurer Gymnasialverein war die Teilnahme an den Zentralfesten bereits 1866 untersagt worden. Im Herbst 1870 konnte die Auflösung des Vereins nur durch Akzeptierung folgender Bedingungen abgewendet werden: Ausschluss unwürdiger Mitglieder, Abschaffung des Biercomments und Verzicht auf Kontakte mit anderen Vereinen.
1871 Der Gymnasialverein Winterthur behauptet sich und beschliesst am 4. Juli auf Vorschlag von Theodor Mende v/o Hiob, sich inskünftig «Vitodurania» zu nennen.
1871 28. Oktober: Rekonstitution der vor 1865 gegründeten, aber kurze Zeit nachher suspendierten «Industria» mit den Farben grün-weiss-rot an der Industrieschule. Rege Kontakte mit der Vitodurania.
1871 Vom WS 1871/72 an werden in den Sitzungen auch naturwissenschaftliche und politische Themen behandelt.
1872 Die 1869 gegründete Rhetorika St. Gallen wird Gastsektion im nur noch lose existierenden schweizerischen Gymnasialverein.
1873 Erste Kontakte zur 1869 in St. Gallen gegründeten Rhetorika.
1873 13. Oktober: 10-Jahr-Jubiläum, das von zahlreichen «Ehrenmitgliedern» und auch von Lehrern besucht wird.
1873 WS 1873/74: Wiedereinführung obligatorischer Wochenkneipen.
1873 9. November: Einem Lehrer, dessen «missliebige» Äusserungen über die Vitodurania den Mitgliedern zu Ohren gekommen waren, wird zusammen mit der Industria «unter gebührendem Skandal eine dröhnende Katzenmusik» gebracht.
1874 Erneute Schwierigkeiten mit der Lehrerschaft. Der Rektor verlangt von Zeit zu Zeit Einsicht in die Statuten und Protokolle. Die ganze Verbindung tritt dem Gemischten Chor bei.
1875 22. Mai: Der von einer Kommission ausgearbeitete erste eigene Biercomment wird genehmigt und im Protokollbuch festgehalten.
1876 Im WS 1876/77 werden in den Sitzungen Extempore-Vorträge eingeführt.
1877 15. Oktober: Die Schlusskneipe wird erstmals in Form eines feierlichen Kommerses im Beisein von Lehrern und der Offiziere des Kadettenkorps durchgeführt.
1878 8. Mai: Nach etlichen Teilrevisionen wird der Biercomment von 1875 erstmals gedruckt und rückwirkend auf den 1. Mai in Kraft gesetzt. Gleichzeitig werden die Statuten, welche bisher jedes Semester überarbeitet wurden, erstmals in gedruckter Form herausgegeben.
1879 «Durch falsche Gerüchte und Schwätzereien über das Wirtshauslaufen sowie durch den gedruckten Comment, der in die Hände des Schulrates gelangt war», drohte erneut die Aufhebung der Vitodurania. Nachgeben nach aussen rettete die Verbindung.
1881 11. Januar: Einführung des Institutes von Leibburschen und Leibfüchsen.
1881 Regelmässige Kontakte zwischen Scaphusia, Rhetorika, Gymnasia Turicensis und Vitodurania.
1882 Der seit Jahren nur noch lose existierende schweizerische Gymnasialverein geht endgültig unter.
1882 23. August: Erste Fahne der Vitodurania, gestiftet von den Besen. Fahnenweihe in Form eines von Rektor J. J. Welti angeregten «Ausfluges mit den Damen auf die Mörsburg». Dieser Anlass erhielt 1884 den Namen «Besenbummel».
1883 10. Oktober: Grosser Kommers aus Anlass des 20-Jahr-Jubiläums mit Teilnahme zahlreicher Honoratioren Winterthurs.

2. Teil: Ruhige Fortentwicklung 1884-1914
 
1884 19. Januar: Erster Ball, «Soiree» genannt, zusammen mit der Industria im Casino.
1885 Januar: Treffen der Scaphusia, Gymnasia Zürich, Rhetorika und Vitodurania in Wil. Die Rhetoriker plädieren erfolglos für die Gründung eines ostschweizerischen Gymnasialvereins, um den eingeschlafenen schweizerischen Gymnasialverein wenigstens teilweise zu neuem Leben zu erwecken.
1885 Mai: Gründung einer Alt-Vitodurania in Zürich, die aber trotz einiger gemeinsamer Kneipen mit der Vitodurania nicht von Bestand ist.
1888 8./9. Oktober: Festkommers aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums im Casino mit 240 «Ehrenmitgliedern» (Alte Herren) und Gästen. Von den Gründern waren Adolf Mende v/o Schwindel und Jakob Keller anwesend. Am zweiten Festtag Frühschoppen in der «Sonne» und «an Stelle des Katerbummels» eine Nachmittagskneipe.
1890 1. Oktober: Die Industria löst sich wegen zu geringer Mitgliederzahl auf.
1891 SS: Aufnahme von einigen Industrieschülern in die Vitodurania. Beschluss, dass fortan die Verbindung auch den Schülern der Industrieschule offenstehen soll.
1892 4. Januar: Die «Sonne» wird neues Stammlokal der Vitodurania und bleibt es mit einem kurzen Unterbruch zwischen 1896 und 1898 bis heute.
1893 Öffentliche Aufführung von Uhlands «Herzog Ernst» im Theatersaal des Casinos.
1896 Herbst: Krise, da nur noch zwei Mitglieder. Konkurrenz seitens des im WS 1892/93 gegründeten farbentragenden (rot-weiss-rot) Abstinentenvereins «Humanitas». Glücklicherweise löste sich der einige Jahre zuvor entstandene Schülerverein auf und trat zur Vitodurania über.
1902 12. Oktober: Gründung der Alt-Vitodurania auf Initiative von Henri Bernhard v/o Noah, Gen. 1900.
1910 Beschaffung des Vollwichses.

1912 9.-11. April

50-Jahr-Jubiläum der Vitodurania, das in Anlehnung an das Jubiläum der Schule ein Jahr zu früh gefeiert wird. Das Programm gestaltet sich wie folgt: Festspiel und musikalische Darbietung im Theatersaal des Casinos; Festakt im Rahmen des Jubiläums in der Stadtkirche; am Abend Festkommers im Casino, begleitet unter anderem vom Ad-hoc-Chor der Alt-Vitodurania und Teilen der Konstanzer Regimentsmusik; am dritten Festtag Frühschoppen im "Rheinfels" und anschliessend ein Ausflug mit den Damen im Extrazug nach Turbenthal.
Am Festkommers übergaben die Vertreter der 1890 suspendierten "Industria" ihre Banner und andere Insignien der Vitoduraner mit der Versicherung, auf ein Wiederaufleben ihrer Verbindung werde endgültig verzichtet.

3. Teil: Neuere Zeit 1915-1945
 
1916 Die kriegsbedingte, drastische Erhöhung des Bierpreises von 15 auf 25 Rappen pro Glas führt dazu, dass vorübergehend auch Wein als commentmässiger Stoff betrachtet wird.
1917 Heftige Auseinandersetzungen über die Frage, aufwelche Art das Andenken an die Industria zu pflegen sei («Industriekult»).
1917 23. Mai: Erste offizielle Vortanzi auf dem «Bäumli» als Vorbereitung auf den Besenbummel.
1917 Vermehrte Besinnung der Vitoduraner auf Staat und Eigenart der Schweizer. Unter anderem werden etliche Lieder deutscher Herkunft auf die schwarze Liste gesetzt.
1919 Gründung der «Fraternitas» und einer Schülerinnenverbindung mit dem Namen «Philia».
1919 4. Mai: Gymnasium und Industrieschule werden in einer Volksabstimmung zu kantonalen Lehranstalten erklärt.
1919 Die Thurgovia stellt das Gesuch, in das seit Jahren faktisch bestehende Kartell zwischen der Scaphusia, der Rhetorika und der Vitodurania aufgenommen zu werden. An dem im 15. Juni in Elgg stattfindenden Kartelltag wird alsdann das Ostschweizer Viererkartell offiziell gegründet.
1919 4. Dezember: Erster schriftlich niedergelegter Farbencomment.
1920 Die im Zusammenhang mit dem Übergang des Gymnasiums und der Industrieschule an den Kanton entstandene Gefahr eines Farbentragverbots kann dank klugem Vorgehen des AH-Vorstandes abgewendet werden.
1920 Öffentliche Aufführung von Shakespeares «Julius Caesar» mit den Aktiven Alfred Werner v/o Piano, Ernst Jung v/o Spitz und Robert Wehrlin v/o Flitter in den Hauptrollen. «Durchwegs sehr günstige Kritik, auch in der «Neuen Zürcher Zeitung.»
1921 25. Juni: Erster AH-Nachtschoppen zusammen mit den Aktiven auf dem «Bäumli».
1925 10. Oktober: Erste Maturtanzi auf dem «Bäumli».
1926 Die Thurgovia tritt aus dem Kartell aus.
1927 8. Oktober Die Alt-Vitodurania stiftet aus Anlass ihres 25 jährigen Bestehens da Aktivitas eine neue Fahne. Das Jubiläum wurde mit einer grossen Kneipe gefeiert.
1928 27. Oktober: Einweihung der neuen Kantonsschule «Im Lee». Grosser Fackelzug der Schülerschaft, sechs berittene Vitoduraner im Vollwichs voraus. Die Alt-Vitodurania schenkt der Schule eine Bronzefigur des Bildhauers Otto Kappeler.
1933 21. Dezember: Der Besenabendschoppen wird erstmals als eigenständiges Fest durchgeführt.
1934 Erstmals in der Geschichte der Vitodurania keine Generation, weil im Vereinsjahr 1932/ 33 keine Füchse aufgenommen wurden. Alte Herren übernehmen die Chargen.
1935 Der Antrag der Scaphusia, die Thurgovia wieder in das Kartell aufzunehmen und überdies der Argovia Aarau den Beitritt zu ermöglichen, wird abgelehnt.
1938 25./26. Juni: 75-Jahr-Jubiläum der Vitodurania. Eröffnung mit einem inoffiziellen Frühschoppen im Casino. Am späteren Samstagnachmittag Festakt, musikalisch umrahmt vom Winterthurer Streichquartett. Festspiel «Mörsburg-Zauber». Abends Fackelzug, an der Spitze die Chargierten zu Pferd; die Knabenmusik sorgte für den nötigen Marschtakt. Anschliessend Festkommers im Casino. Am Sonntag Frühschoppen auf der Mörsburg (Eintreffen der ersten Zecher bereits morgens sieben Uhr), nachmittags Bankett mit Tafelmusik im Hotel Wartmann. Erstes eigenes Liederbuch. Neue Fahne.
1939 Der Zweite Weltkrieg unterbricht den Verbindungsbetrieb nicht. Mit Ausnahme des Balles werden alle traditionellen Anlässe, wenn auch in bescheidenerem Rahmen, durchgeführt.

4. Teil: Neueste Zeit ab 1946
 
1946 Das Restaurant Schlosshalde auf der Mörsburg wird zweites Stammlokal der Vitodurania. Der AH-Verband stiftet einen Stammtisch und Stabellen.
1946 Im Sommer wird die Aktivitas ihrer beiden einzigen Burschen beraubt. Drei Alte Herren springen ein. Krise.
1946 19. Mai: Am Kartelltag zu Elgg wird die Thurgovia wieder in das Kartell aufgenommen. Neue Kartellstatuten.
1947 «Weiche Welle»: Die Farben sind nur noch am Donnerstag zu tragen.
1948 Unstimmigkeiten zwischen Aktivitas und Alt-Vitodurania als Nachwehen der Krise von 1946.
1948 Statt eines Balles führt die Aktivitas in diesem und den beiden nächsten Jahren eine Fasnachtstanzi durch.
1951 Die Aktiven kehren zur Balltradition zurück.
1952 21. Juni: 50-Jahr-Jubiläum der Alt-Vitodurania. Begrüssungsschoppen im Garten des «Rheinfels». Nachmittagsschoppen auf der Mörsburg. Am Abend Festbankett und Festkommers im Casino. Am Sonntag Frühschoppen in der «Sonne», um - wie es im Jahresbericht heisst - «das vergangene Fest zu besprechen, den Nachdurst zu löschen und endgültig Abschied zu nehmen vom 50-Jahr-Jubiläum».
1953 7. März: Erster gemeinsamer Ball der Alt-Vitodurania und der Aktivitas im Casino auf Initiative von AH Dr. Emil Sutter v/o Fagott, Generation 1933.
1959 Commentrevision nach Vorschlägen einer Kommission der Alt-Vitodurania. 3 dl Bier kosten 40 Rappen.
1962 Bezug der Kantonsschule «Rychenberg». Offizielle Einweihung erst 1963.
1963 14.-17. Juni: 100-Jahr-Jubiläum der Vitodurania mit folgendem Programm: Am Freitag Festball im Casino. Samstag Festakt und Festspiel im Stadtbaus; Fackelzug und Kommers. Am Sonntag Frühschoppen auf der Mörsburg. Montag Katerbummel auf den Eschenberg. Gediegene und in ihrer Art unnachahmliche Festschrift von AH Dr. Karl Mietlich v/o Strubel, Generation 1924.
1965 Keine Füchse. Beginn einer längeren und auch andere Verbindungen treffenden Nachwuchskrise. Dank des Einsatzes junger Alter Herren, welche Chargen übernehmen, bleibt jedoch der Vitodurania die Suspendierung erspart.
1967 Angliederung der Handelsschule an die Kantonsschule. Die GV der Alt-Vitodurania beschliesst einstimmig, auch Handelsschülern der Maturitäts- und Diplomabteilung solle der Eintritt in die Vitodurania möglich sein.
1970 Eine vom AH-Vorstand eingesetzte Kommission schlägt Reformen vor. Statuten, Bier und Farbencomment werden darauf behutsam revidiert.
1970 Der Weihnachtskommers, der an Anziehungskraft eingebüsst hatte, wird durch Einführung der Bierfamiliennachtessen, die vor dem Kommers stattfinden, erfolgreich neu belebt.
1971 Die Krise ist überwunden: 12 Füchse werden getauft. Die Aktivitas bezieht an der Technikumstrasse 72 neben dem Restaurant Paradies ein gemietetes Sitzungslokal mit dem Namen «Diogenes».
1974 Ausschluss der Rhetorika aus dem Kartell, weil sich diese nicht an den Comment gehalten haben soll.
1977 Das Lokal «Diogenes» muss geräumt werden, weil die Liegenschaft verkauft und umgestaltet wird.
1977
23.-25. September:
75-Jahr-Jubiläum der Alt-Vitodurania wird erstmals in grösserem Rahmen gefeiert. Festball im Casino, am Samstag Festakt im Stadthaus, Fackelzug und Kommers. Ausklang am Sonntag mit einem Frühschoppen in einem Zelt auf der Mörsburgwiese. Einführung des Vito-Pullovers. Neue Fahne.
1978 18. Mai: Bezug des Kellerlokals «Diogenes» in der Liegenschaft von AH Santiago Schuppisser v/o Quick an der Technikumstrasse 38.
1978 Am Weihnachtskommers stiftete AH-Präsident Dr. Hans Frei v/o Mutz eine prächtige Zinnkanne für den «Vitoduraner des Jahres». Erster Preisträger des jährlich verliehenen blau-weiss-blauen Verdienstordens wurde AH Marcel Chenevard v/o Knopp.
1979 Neuauflage des Kantusprügels. Wiederaufnahme der Rhetorika in das Kartell.
1981 Totalrevision von Statuten, Bier- und Farbencomment in Zusammenarbeit mit dem AH- Vorstand.
1981 15. August: Beginn des Umbaues des Restaurants Sonne. Verlegung des Stammes in das Restaurant Paradies.
1981 31. Oktober: Neue Statuten der Alt-Vitodurania. Einführung des Status des «ständigen Gastes».
1982 4. November: Die Wiedereröffnung der «Sonne» wird mit einer grossen Kneipe gefeiert.
1984 Auf Initiative der Vitodurania treffen sich erstmals die AH-Vorstände der Kartellverbindungen zum gemütlichen Gedankenaustausch in der Kartause Ittingen.
1986 Der wöchentliche Stamm der Aktivitas wird von Donnerstag auf Dienstag verlegt.
1988
8.-12. September:
125-Jahr-Jubiläum der Vitodurania. Eröffnungsstamm am Donnerstag in der «Sonne». Ball am Freitag in der alten Reithalle Teuchelweiher. Samstag Festspiel in der Aula Rychenberg, Festakt im Stadthaus, begleitet vom Ad-hoc-Chor der Vitodurania; Fackelzug, Festkommers in der alten Reithalle. Am Sonntag Frühschoppen auf der Mörsburg. Katerbummel am Montag zum «Bruderhaus».
1988 29. Oktober: Geburtstagsfeier mit einer Metzgete im Restaurant Wilden Mann am Obertor, dem ersten Lokal der Vitodurania.
1989 16. Dezember AH Peter Sutter v/o Boy, Vitoduraner des Jahres 1989, übernimmt die Bierkosten des Weihnachtskommerses. Damit beginnt das "Kommers-Sponsoring" als neuer Brauch.
1992 11. April Erster "Backel-Wackel" im Raum Cham, organisiert von AH Andrea von Planta v/o Bonz, Gen. 1951, welche beim Stiftungskommers 1991 allen Aktiven einen Backel mit Silberknauf geschenkt hatte.
1992 24. Oktober Erstmals findet die GV der Alt-Vitodurania im Personalrestaurant der Brauerei Haldengut auf deren Kosten statt.
1993 Dezember Die Brauerei Haldengut wird vom Heineken-Konzern übernommen. Weiterhin Gastrecht der Alt-Vito für die GV.
1993 23. Juni Einweihung des Neubaues der Kantonsschule Büelrain
1994 September Das 125-jährige Jubiläum der Rhetorika ist zugleich das 75-jährige Jubiläum des Kartells.
1995 Mai Der Stamm wird von der Gaststube in das Säli der "Sonne" verlegt.
1996 4.Juli Frau Maria Stiefel-Bühler, Gattin von AH Dr. Ernst Stiefel v/o Ramses, wird im Rahmen der Kneipe "125 Jahre Name Vitodurania" in Würdigung ihrer Verdienste um die Betreuung des Vereinslokales "Diogenes" zum Ehrenmitglied der Vitodurania ernannt.
1996 Ein Becher Bier kostet in der "Sonne" Fr. 3.40 und die Flasche Fr. 4.90
1996 keine Füxe
1996 26. Oktober Die GV ernennt AH Dr. Peter Hauser v/o Star, der während 26 Jahren dem AH-Vorstand, davon 10 Jahre als Präsident, angehörte zum Ehrenpräsidenten der Alt-Vitodurania.
1997 Januar Der Stamm findet nicht mehr am Dienstag-, sondern am Freitagabend statt. Die Aktiven erhoffen sich von dieser Massnahme eine grössere Präsenz der AH beim Stamm.
1997 1. Juni Jüngere AH gründen zwecks Belebung des auch für die Spefuchsenwerbung wichtigen Stammbetriebes die "Gesellschaft zur Kyburg Vitoduraniae", kurz "GzKV" genannt.
1997 1. November Die Vitodurania ist auf dem Internet unter der Adresse www.vitodurania.ch präsent
1999 17. Mai Die Altherrenschaft gründet den Verein VITO-HAUS ZUR SONNE mit dem Zweck, das Restaurant "Zur Sonne" an der Marktgasse 13-15, welches schon seit 1882 Stammlokal der Vitodurania ist, zu kaufen und zu verwalten.
1999 1. Dezember Der Verein VITO-HAUS ZUR SONNE wird Eigentümer des Restaurants "Zur Sonne"


Autor: Dr. Peter Hauser v/o Star