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Glossar studentischer Begriffe   Artikel drucken  Artikel per E-Mail empfehlen
Das Glossar basiert auf der Zusammenstellung "Studentische Sitten und Bräuche" von Peter Hauser v/o Star im 1977 erschienenen Buch "75 Jahre Altherren-Verband der Vitodurania". Es wurde Ende 1997 von Stefan Aregger v/o Sink für das Internet redigiert und ergänzt. Im Juli 1998 hat Star die Sammlung erneut überprüft und mit weiteren Begriffen vervollständigt.
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A

Aktiver/Aktivitas
Zur Aktivitas zählen Füchse und Burschen, also alle Verbindungsmitglieder, die ihre Mittelschulzeit noch nicht beendet haben (bei Hochschulverbindungen entsprechend Studium). Die Aktivitas prägt als tragende Säule der Verbindung, deren Leben, Programm und äusseres Erscheinungsbild.

Aktuar
Der Vorstand der Vitodurania besteht aus drei Chargierten. Der Zweitchargierte, bezeichnet durch das Symbol "xx", ist der Aktuar, welcher zugleich auch das Amt des Vizepräsidenten bekleidet. Er ist in erster Linie für die Führung des Protokolls und weitere Schreibarbeiten verantwortlich.

Alter Herr
Bezeichnung für ein ehemaliges Aktivmitglied einer Verbindung. Synonyme sind «Altes Haus» und bei gewissen Verbindungen auch «Philister».
Der Ausdruck «Alter Herr» oder «Altes Haus» taucht in den Urkunden der Vitodurania erst um 1890 herum auf. Vorher ist statt dessen von «Ehrenmitgliedern» oder «Ehemaligen» die Rede. Deren Bindung an die Aktivitas war jedoch sehr locker. Die erste Kunde der Gründung eines Altherren-Verbandes datiert aus dem Jahre 1885. Im Mai dieses Jahres hatten in Zürich einige Ehemalige die Alt-Vitodurania gegründet mit dem Zwecke, die in der Aktivzeit angeknüpften Freundschaften weiter pflegen und eine regere Verbindung mit den Aktiven unterhalten zu können. Mehrfach fanden in der Folgezeit Kneipen statt. Aber zu dauerndem Leben brachte es dieser erste Versuch der Alt-Vitodurania nicht. Erst 1902 gelang es einer Schar unentwegter junger Ehemaliger der Generation 1900, die Alten Herren zu vereinen. Im Anschluss an den 39. Stiftungskommers der Vitodurania trafen sich am Sonntag, den 12. Oktober 1902, vormittags 10.00 Uhr im «Casino» zu Winterthur 25 Alte Häuser zur konstituierenden Versammlung. Um 12.20 Uhr wurde die Versammlung laut Protokoll mit dem Kantus «Cerevisiam bibunt homines» geschlossen. Die Alt-Vitodurania war gegründet.

B

Band
Schmale Schärpe, ca. 28mm breit, in den Verbindungsfarben, wird als äusseres Zeichen der Zugehörigkeit zu einer (farbentragenden) Verbindung getragen (über die rechte Schulter zur linken Hüfte). Bestandteil des Couleurs.
Schon von alters her haben sich Vereinigungen Abzeichen für ihre Mitglieder gewählt. Das war bei den mittelalterlichen Zünften genauso Brauch wie bei den Ritterorden. Traten im 14. bis 17. Jahrhundert geschlossene Studentengruppen auf, so drückten sie ihre Gemeinschaft nach aussen durch ein- oder zweifarbige «Maschen» (Bandrosetten oder Schleifen) an den Hüten aus. Auch die einzelnen Fakultäten hatten ihre eigenen Farben. Die Angehörigen der von 1770—1800 blühenden Studentenorden in Deutschland dagegen trugen ihr Abzeichen (meist ein silbernes Kreuz mit bestimmten Emblemen und den Anfangsbuchstaben des Wahlspruches) an einem ein- oder zweifarbigen Band um den Hals. Um 1800 wurden diese Orden von den sog. neuen Landsmannschaften, die sich wenig später Corps nannten, abgelöst. Zu dieser Zeit war es Mode, die Taschenuhr an einem von der rechten Schulter nach der linken Hüfte laufenden Band zu tragen, das die Farben der Verbindung zeigte und durch Zuknöpfen des Rockes leicht vor den spähenden Universitäts-Pedellen versteckt werden konnte. Aus dieser Mode ist das heutige Farbenband hervorgegangen. Von den bayerischen Hochschulen Erlangen, Würzburg und Landshut/München ausgehend, wurde es im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts allgemein üblich und zum Kennzeichen des korporierten Studenten.

Besen
Der studentische Ausdruck "Besen" hat etymologisch und auch sonst nichts mit dem Wort "Base" = Cousine zu tun (vgl. Kluge/Seebold, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 23. Auflage 1995, S. 83 und 102). Der studentische Besen kommt vielmehr vom "gewöhnlichen" Besen (Wischgerät). Als Ausdruck für ein Mädchen oder eine Frau finden wir das Wort bereits 1574 bei Johann Fischart, und zwar in der abwertenden, als Schelte gemeinten Form von "Hausbäsen" (Kluge/Rust, Deutsche Studentensprache, Band l. 1984, S. 109/110). Auch im studentischen Wörterbuch von C.F.B. Augustin, Idiotikon der Burschensprache, Halle 1795, finden wir das Wort "Besen" als Schimpfwort im Sinne von "schmutziges" Mädchen". Ab 1813 verliert jedoch das Wort den despektierlichen Charakter und bedeutet studentisch einfach "weibliches Wesen, Jungfer" (so L. Wallis, Der Göttinger Student, 1813). Man unterschied in Göttingen neben den Mädchen vornehmer Herkunft, den "Florbesen", die einfacheren "Kattunbesen", "Küchenbesen" und "Waschbesen" oder "Staubbesen". Vollmann unterteilt in seinem aus dem Jahre 1846 stammenden «Burschicosen Wörterbuch» die Besen nach ihrem Äusseren in «famose, flotte und patente». Gemäss John Meier, Basler Studentensprache, Basel 1910, S. 8. bedeutet Besen buschikos und ohne abwertenden Ton "junges Mädchen".
Das Wort «Besen» hatte in der Vitodurania nie abwertenden Charakter. Die Diplommittelschule in Winterthur ist auch unter dem Begriff "Besi" bekannt. Die Vitoduraner rekrutierten sich für die Verbindungsanlässe dort ihre Damen, da längere Zeit am Gymnasium keine Mädchen zur Schule gingen. Fazit: Ursprünglich ohne Zweifel abwertend gemeint, wurde das vor allem in der Schweiz noch gebräuchliche Wort "Besen" später eine durchaus honorige studentische Bezeichnung für die in einer Verbindung verkehrenden jungen Damen, die z.B. am "Besenbummel" teilnehmen oder zum Dank für die Teilnahme an einem Verbindungsfest eine "Besen-Revanche" organisieren.

Besenabendschoppen
Dieser Anlass hing ursprünglich eng mit dem Weihnachtskommers zusammen. Nachdem 1882 der Besenbummel aus der Taufe gehoben wurde, erhielt auch der Weihnachtskommers bald ein «weibliches Element», indem die Besen den Aktiven zum Kommers Geschenke überreichten und die Besentirggel versteigert wurden. Um 1890 war es ferner Sitte, den Kommers für einige Zeit zu unterbrechen, damit der Vorstand den Christbaum schmücken und die übrigen Zecher ihren Besen ein Ständchen bringen konnten.
Laut Protokoll halfen im Dezember 1919 die Besen (erstmals?) mit, das Kommerslokal zu schmücken. Im Anschluss an diese Arbeiten sassen die Aktiven mit ihren Mädchen zu einem Abendschoppen zusammen, um sich hernach zum Treffpunkt für den Cortège zu begeben. Damit war der Grundstein zum Besenabendschoppen gelegt.
Als offizielles Fest wird er jedoch erst im Protokoll über den Weihnachtskommers vom 27. Dezember 1926 erwähnt. Aus diesem Bericht ergibt sich, dass der Besenabendschoppen ursprünglich am Tage des Weihnachtskommerses stattfand und — wie der Aktuar des Jahres 1928 schreibt — ein «Einleitungsgelage» war.
Als eigenständiges Fest wurde der Besenabendschoppen erstmals am 21. Dezember 1933 durchgeführt. Heutzutage findet er am Abend des dem Nikolaustag nächstgelegenen Freitags anstelle eines normalen Stammes statt. Der
Verlauf eines "modernen" Besenabendschoppens wird unter dem Kapitel "Die traditionellen Anlässe der Vitodurania" beschrieben. Siehe auch Weihnachtliche Bräuche der Vitodurania (aus Star's studentenhistorischen Notizen).

Besenbummel
Ältester Damenanlass der Vitodurania. Im Sommer 1882 schenkten 32 junge Damen aus Winterthur den Vitoduranern die erste Vereinsfahne. Zum Dank für die grosszügige Spende beschloss man auf Initiative des Rektors J. J. Welti, die Damen auf die Mörsburg einzuladen.
Nachdem das Fest wegen schlechter Witterung zweimal verschoben werden musste, konnte es am Mittwoch, 23. August 1882, endlich stattfinden. Um 14 Uhr versammelten sich die Teilnehmer auf dem Bahnhof Winterthur, um per Bahn nach Dinhard zu fahren. Von dort bummelten sie zur Mörsburg, wo nach der Fahnenweihe ein II. Akt abgehalten wurde, dem sich fröhliches Tanzvergnügen anschloss. Nach dem Nachtessen zog die Schar zu Fuss nach Hause.
Ein detailliertes Programm zum Ablauf des Besenbummels findet man unter dem Kapitel "Die traditionellen Anlässe der Vitodurania". Star widmet in seinen studentenhistorischen Notizen dem Besenbummel der Vitodurania einen langen und schön illustrierten Beitrag.

Besentopf
Rundgesang, zu welchem der Reihe nach aus dem Besentopf, einem bemalten Steingutkrug, der drei Liter fasst, getrunken wird.

Biercomment
Kodex über das Verhalten am Biertisch mit dem Zwecke, die Fröhlichkeit zu erhöhen und die Ordnung an den II. Akten zu wahren.
Seit Jahrhunderten hat es bei vielen Völkern bestimmte Trinksitten gegeben. Der älteste erhaltene Trinkcomment stammt aus dem Jahre 1615/16. Das aus der Feder eines gewissen Blasius Multibibus stammende Werk nennt sich «Jus potandi» oder «Zechrecht». Die ursprüngliche Fassung ist lateinisch geschrieben und hat die Form einer juristischen Dissertation. In 60 Kapiteln schildert der Verfasser alles, was er vom Trinken zu sagen hat und was er beim Gelage beachtet wissen will. In den Gründen des Zechens sieht er nichts anderes, «als ein tapferes und rittermässiges Scharmützel, welches mit Kannen, Gläsern und dergleichen Gefässen, damit man frisch auf einander zusegelt, vor die Hand genommen wird. Das Zechrecht aber, welches sich daher entspinnet und entspringet, ist dasjenige, das da in sich begreiffet, alle Gebräuche, Solemnitäten und zu solchem Werck gehörige Ceremonien und darneben hell und klar alles das, was einer dem andern nach Statut und Satzungen zu leisten schuldig, vermeldet und anzeigt.»
Schon zu jener Zeit war Bier der gewöhnliche Stoff studentischer Gelage. Es gab im 17. Jahrhundert schon eine Fülle verschiedener Sorten, deren Eigenart und Wirkung genau unterschieden wurde. Die Krone aller Biere schien damals das Rostocker «Zyth» gewesen zu sein. Das Hamburger Bier galt als nährend und blutreinigend. Vom Wittenberger «Guckuck» hiess es aber, es sei ein «greuliches Getränk», allerdings noch nicht so schlimm wie das «Leipziger gekräuterte, Bauch zerreissende Rastrum».
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam bei den Studenten der deutschen Universitäten die Sitte des «Hospitium» auf. Die Regeln dieser Art Trinkgelage sind in dem 1747 erschienenen Werk «Das Hospitium oder Richtiger Beweis aller bey dem Hospitio üblichen Rechte und Gewohnheiten» niedergelegt. Der Verfasser ist unbekannt. Das Wort «Hospitium», zu deutsch Gastfreundschaft, weist darauf hin, dass die Teilnehmer am Gelage vom Budenbesitzer gastfreundlich eingeladen waren. Dieser, der Hospes, war das Oberhaupt der Corona, falls er sein Amt nicht einem erwählten Vicehospes abtrat. Das Zeichen seiner Würde war der Hausschlüssel, mit dem er klopfend Silentium gebot. Er hatte unumschränkte Gewalt, konnte jeden zu einem beliebigen Quantum «pro poena» verurteilen, während er selbst nur «pro lubitu» zu trinken brauchte. So blieb der Hospes imstande, seiner Verpflichtung als Wirt nachzukommen, während er alle anderen «nass zudecken» konnte.
Einige wenige Regeln über das Trinken enthält auch die 1778 erschienene Schrift «Dissertatio de norma actionum studiosorum seu von dem Burschen-Comment». Verfasser ist ein gewisser Martialis Schluck Raufenfelsensis recte C. Gleiß, Mitglied des Amicisten Ordens.
Sowohl das 1615/16 entstandene «jus potandi» als auch die 1747 kodifizierten Regeln des «Hospitium» sind Vorläufer der heute gebräuchlichen Biercomments. Deren Entstehung geht auf die Zeit um 1800 zurück, also in jene Epoche, als die eben erst entstandenen bzw. entstehenden studentischen Landsmannschaften sich ihre ersten allgemeinen Comments schufen. Die Biercomments des beginnenden 19. Jahrhunderts waren inhaltlich stark an diese angelehnt. Sie waren in mancher Beziehung nichts anderes als scherzhafte Abwandlungen des allgemeinen Comments, Persiflagen, geschaffen zum fröhlichen Gebrauch am Biertisch.
In den Annalen der Vitodurania findet sich erstmals in den Protokollen aus dem Jahre 1865, zwei Jahre nach der Gründung, ein Hinweis auf einen Biercomment. Der heutige Comment geht auf eine Revision im Jahre 1981 zurück.
Sind mehr als zwei Vitoduraner zusammen herrscht der Biercomment.

Bierehrlich
Vollberechtigte Person an der Kneipe. Seine Bierehrlichkeit verliert, wer in den sog. Bierverschiss fällt.

Bierfamilie
Die Bierfamilien gründen auf dem Leibfuchsen- und Leibburschentum, welches im 19. Jahrhundert in Deutschland bei den Landsmannschaften entstanden ist. Bei diesen Korporationen war es üblich, dass sich ein Bursche einen Leibfuchsen (auch Biersohn) wählte. Der Leibbursch (auch Biervater) hatte die Aufgabe, seinen Zögling in die Kunst des Fechtens einzuweihen, ihn einzupauken, während umgekehrt der Leibfuchs für seinen Burschen allerlei persönliche Dienste zu leisten hatte. Nach 1850 gewinnt das Leibverhältnis eine vertiefter menschliche und erzieherische Bedeutung. In dieser oder ähnlicher Form hat sich die Institution in praktisch allen Verbindungen bis heute erhalten.
Die Vitodurania hat diesen Brauch 1881 eingeführt. Daraus sind die fünf Bierfamilien entstanden, die nach den Cerevis der Familiengründer Hecht, Perkeo, Moll, Hölzli und Noah benannt wurden.
Unser Altherr, Dr. Peter Hauser v/o Star, hat diesem Thema die studentenhistorische Notizen "Die Bierfamilien der Vitodurania" gewidmet.

Biergemeinde
Scheint am Biertisch ein Urteil des Präsidenten ungerecht, oder beleidigt er in irgend einer Weise ein Mitglied der Biertafel, so hat, ausser einem Fuxen, jeder Bierehrliche das Recht, "Biergemeinde" zu verlangen. Der Betreffende verlangt beim Präsidenten Silentium, welches unverzüglich zu gewähren ist. Der Herausforderer bringt zuerst die Gründe für die Biergemeinde vor. Bei der anschliessenden Abstimmung enthalten sich Herausforderer und Präsident der Stimme. Hat der Forderer der Biergemeinde die absolute Mehrheit auf seiner Seite, so kann er den Präsidenten bis zu einem Ganzen trinken lassen, was unter Anzeige an den Herausforderer innerhalb von 5 Bierminuten zu geschehen hat. Bleibt der Herausforderer in der Minderheit, so können er selbst und sein Gefolge mit bis je einem Ganzen bestraft werden. (BC § 48)

Bierjunge
Schwächste Form des Bierstreites zwecks Austragung von persönlichen Differenzen am Biertisch. Das Wort «Bierjunge» ist eine humoristische Ableitung aus dem Fechtcomment. Aus der in Deutschland bis etwa 1860 üblichen commentmässigen Forderung auf blanke Waffen «Du bist ein dummer Junge», wurde am Biertisch «Du bist ein Bierjunge». Andere, bereits 1815 in Tübingen nachgewiesene Bierstreite, sind der Doktor und der Papst.

Bierminute
Studentisches, seit etwa 1850 nachgewiesenes Zeitmass an der Kneipe: 1 Bierminute = 36 Sekunden, daher 5 Bierminuten = 3 Philisterminuten. Wird im Biercomment der Vitodurania mehrfach erwähnt, z.B. §§ 10, 20, 21 und 34.

Biername
Synonym für «Spitzname», Couleurname, Cerevis oder Vulgo. Man erhält seinen Namen an der Biertaufe.

Bierspiele
Vergleiche: Bieruhr, Hammerschmied, Lebe-Liebe, Kunigeln, Pappenheimer. Zum Thema hat Dr. Peter Hauser v/o Star eine studentenhistorische Abhandlung geschrieben: "Studentische Kneipzeremonien und Trinkspiele"

Bierstaat
Der Bierstaat setzt sich aus Burschensalon und Fuxenstall zusammen. An allen offiziellen zweiten Akten herrscht Bierstaat. Offizielle zweite Akte sind: Kneipe, Kommerse, obligatorische Abend- und Nachtschoppen. Ausserdem können Bummel und ähnliche Anlässe obligatorisch und offiziell erklärt werden. Offizielle Akte werden vom Präsidenten eröffnet und geschlossen.

Biertaufe
An diesem tradionellen Anlass erhält der neu eingetretene Vitoduraner seinen Vulgo und wird damit offiziell in den Verein aufgenommen. Unser Altherr, Dr. Peter Hauser v/o Star, hat zu diesem Thema eine studentenhistorische Notiz verfasst mit dem Titel "Die Bier- oder Fuxentaufe".

Bieruhr
Bierspiel, dessen Ablauf 1835 in «Felix Schnabels Universitätsjahre» wie folgt beschrieben wird: «Die Mitspieler setzen sich um ein gemaltes, mit einem beweglichen Zeiger versehenes Zifferblatt, die Zahlen werden verteilt, so dass Jeder der Spieler eine erhält, welche er mit Kreide vor sich auf die Tafel, oder auf das Mützenschild malt. Jetzt wird der Zeiger gedreht, derjenige, dessen Nummer er zeigt, muss ein halbes Glas Bier, einen halben Schoppen, trinken. Sind die Nummern nicht besetzt und steht die Nadel auf einer von ihnen still, so müssen Alle trinken.»

Bierverschiss
Bierstrafe, welche den Verlust der «Bierehre» nachsichzieht. Das Wort «Bierverschiss» ist bereits im Tübinger Biercomment von 1808/15 erwähnt. Der Ausdruck «Verschiss» wurde vom allgemeinen Comment auf den Biercomment übertragen. Verschiss oder Verruf, wie es später hiess, war die schlimmste Sanktion gegen einen Studenten.
Über die Herkunft des Wortes «Verschiss» bestehen verschiedene Theorien. Die herrschende Lehre nimmt gestützt auf das Studentische Lexikon von Kindleben aus dem Jahre 1781 sowie Magister F. Ch. Laukhards «Leben und Schicksale» von 1792 an, der Begriff sei ursprünglich wörtlich genommen worden. So soll im 18. Jahrhundert die erste Handlung gegen jemanden, der schwer gegen den allgemeinen Comment verstossen hat, darin bestanden haben, dass man ihm seine Bude «aufs gröblichste verunreinigte».

Bierzipfel
Seit ungefähr 1820 nachgewiesen. Im 19. Jahrhundert ein echter Gebrauchsgegenstand. Man hängte den Bierzipfel mit seiner weiten Öse an den Bierkrug, um diesen beim wiederholten Füllen vor Verwechslungen zu bewahren. Mitgeführt wurde der Bierzipfel an der Uhr, um ihn jederzeit bequem bei der Hand zu haben. Die heutigen Bierzipfel sind Schmuck- oder Ziergegenstände, die untereinander ausgetauscht und gesammelt werden.

Blume
Bezeichnung für die Schaumkrone eines frischen Bieres. Siehe auch «Quanten».

Brandfuchs
1749 erstmals urkundlich belegte Bezeichnung für den Studenten im 2. Semester (der Erstsemestrige hiess etwa ab 1820 «krasser» Fuchs).

Bursche
Ehrenname des Studenten. Die Bezeichnung ist älter als fünf Jahrhunderte. Zu jener Zeit bestand nach französischem Vorbild auch an den deutschen Hochschulen die Vorschrift, dass die Studenten nur in bestimmten Wohngemeinschaften, die oft nach landsmannschaftlicher Herkunft gebildet wurden, leben durften. Jedes dieser Internate stand unter der Leitung eines Professors, der Studium und Lebensführung beaufsichtigte, aber auch für den Lebensunterhalt der Studenten zu sorgen hatte. Dafür hatten die Studenten einen Pensionspreis zu bezahlen. Dieser hiess «bursa», die Wohnräume danach «Bursen» und ihre Bewohner «bursarii». Daraus entwickelte sich nach und nach die Bezeichnung «Bursch» ganz allgemein für einen Studenten.
In den Landsmannschaften des 17. und 18. Jahrhunderts wird der Student vom 3. Semester an zum Burschen. Vorher heisst er «Fuchs».
In der Vitodurania wurde ursprünglich nicht zwischen Burschen und Füchsen unterschieden. Dies wurde erst ab 1866 üblich. Seit jener Zeit gilt in der Vitodurania auch die Regel, dass nur Bursche werden kann, wer mindestens ein Semester Fuchs war. Der Übertritt erfolgt durch den sog. Burschenschlag nach erfolgreich bestandener Fuchsenprüfung.

C

Cerevis
Der Ausdruck «Cerevis» hat eine dreifache Bedeutung: Abgeleitet von mittellateinisch cerevisia = Bier, heisst er zunächst «Bierehrenwort».
Mit «Cerevis» bezeichnet man ferner die festliche, gestickte Kopfbedeckung in Tönnchenform, die zum Wichs der Chargierten gehört. Diese Art von Mütze ist in Deutschland um 1840 entstanden.
Schliesslich bedeutet «Cerevis» Bier- oder Spitzname. Biernamen hatten in Deutschland vor 1848, als die Verbindungen nicht überall wohlgelitten waren, eine echte Funktion. Sie dienten als Tarnnamen. Studenten gaben sich bei Handwerkern, Gastwirten und dergleichen oft nur mit dem Cerevis aus. Es sind aus dieser Zeit Corpslisten erhalten, in denen ganze Jahrgänge aus Sicherheitsgründen nur mit den Biernamen verzeichnet sind. Mit der Aufhebung der Verbindungsverfolgungen nach 1848 verschwand die Sitte der Spitznamen in Deutschland fast völlig. In der Schweiz dagegen ist sie noch immer sehr verbreitet. In der Vitodurania wurde der Brauch des Biernamens durch Beschluss vom 15. September 1864 eingeführt.

Chargen, Chargierte
Von französisch la charge = Last, Bürde. Schon bei den alten Landsmannschaften des 17. Jahrhunderts und den studentischen Orden des 18. Jahrhunderts übliche Bezeichnung für bestimmte Ämter bzw. deren Träger. Der erste Chargierte hiess Senior, der zweite Chargierte Consenior (Hauptverantwortung war das Fechten) und der dritte Chargierte Subsenior oder Sekretär (Korrespondenz- und Kassenwesen). Diese Bezeichnungen sind auch heute noch vielerorts gebräuchlich.
Auch die Vitodurania hatte von Anfang an drei Chargierte: Praeses, Aktuar und Ersatzmann. Bereits im März 1864 wurde der dritte Chargierte in Quästor umbenannt. Bei dieser Zusammensetzung des Vorstandes der aktiven Vitodurania ist es bis heute geblieben.

Comment
Abkürzung des französischen Satzes «savoir, comment vivre». Der Comment ist die Gesamtheit der Regeln, wie sich ein honoriger Student zu verhalten hat.

Couleur
Bezeichnung für die Farben einer Verbindung in allen Erscheinungsformen. Oft auch nur für Band und Mütze verwendet.
In der Vitodurania wurde als erstes studentisches Attribut am 20. Dezember 1863 ein rot-weiß-blaues Farbenband eingeführt. Rot-weiss entsprach den Farben der Eidgenossenschaft und Winterthurs, blau symbolisierte den Kanton Zürich. Am 19. Mai 1864 wurden die Farben des Bandes in blau-weiss-blau umgeändert und zudem weisse Mützen angeschafft. Der Mützenbeschluss wurde allerdings bald wieder umgestossen. Der damalige Präsident vertrat nämlich die Auffassung, es würde in der 7000-Seelen-Stadt Winterthur zuviel Aufsehen erregen, wenn Gymnasiasten in Band und Mütze durch die Gassen zögen. Indes, der Zug vom schöngeistigen Jünglingsverein zur richtigen Verbindung war nicht aufzuhalten. Am 15. September 1864 beschlossen die Aktiven definitiv, neben dem blau-weiss-blauen Band nun doch Mützen zu tragen, und zwar weisse. Am 3. Mai 1866 ersetzten die Vitoduraner diese Mützen nach dem Vorbild anderer Gymnasialverbindungen durch blaue. Damit haben die Farben ihre heutige Ausgestaltung gefunden.

Corona
Teilnehmerkreis, gesellige Runde bei einer Kneipe.

Crambambuli
Ursprünglich der Name eines bis 1945 in Danzig und seither in Berlin hergestellten Fruchtlikörs, dessen Güte bereits 1745 den Dichter Christoph Friedrich Wedekind alias Koromandel zu dem berühmten Crambambulilied inspiriert hat. Bei dem in Studentenstammbüchern um 1820 oft erwähnten Getränk Crambambuli dürfte es sich aber nicht um diesen Schnaps gehandelt haben. Wahrscheinlich wurde schon zu dieser Zeit die Feuerzangenbowle, welche in der Farbe dem Fruchtlikör aus Danzig gleicht, als Crambambuli bezeichnet. Vollmanns 1846 erschienenes «Burschicoses Wörterbuch» definiert Crambambuli als «Gesöff von Schnabri (Schnaps), welcher angezündet und mit Zucker vermischt wird». Siehe auch die Ausführungen zu Crambambuli im Beitrag Weihnachtliche Bräuche der Vitodurania (aus Star's studentenhistorischen Notizen).

Cum tempore (c.t.)
Studentische Zeitangabe, z.B. 18.00 Uhr c.t. Cum tempore heisst lat. «mit Zeit» und besagt, dass eine Veranstaltung eine Viertelstunde später beginnt als angegeben, im Beispiel also um 18.15 Uhr. Gleichbedeutend ist das «akademische Viertel», das früher den Studenten und Professoren Zeit zum Wechseln des Hörsaales zwischen den Vorlesungen gab. Das Gegenstück zu cum tempore ist sine tempore (s.t.).

D

Deposition
Von lat. «depositio cornuum» = Ablegung der Hörner. Eine symbolische Zeremonie (sog. Ubergangsritus), die im 14. und 15. Jahrhundert in Deutschland an den Bursen entstanden war und später eine offizielle Universitätssitte vor der Immatrikulation wurde. Die auf die Hochschule kommenden Neulinge wurden dabei einer symbolischen Reinigung unterzogen. Man tauchte sie in Jauche, richtete sie als dummes Vieh mit Hörnern, Eselsohren und Schweinezähnen her, die ihnen vom Depositor mit groben Werkzeugen wieder entfernt wurden. Harmlose Relikte der Deposition finden wir heute noch bei der Bieroder Fuchsentaufe. Siehe auch «Pennalismus» und Biertaufe.

Devise
Leitspruch einer Studentverbindung. Die Vitodurania hat sich "litteris et amicitiae" auf ihr Wappen geschrieben, d. h. das Wissenschaft und Freundschaft gepflegt werden.

Diogenes
Vereinslokal der Vitodurania an der Technikumstrasse 38 in Winterthur.

E

Exkneipe
Von lat. «ex» = aus, fertig oder ausserhalb.
1) Ländliches Kneiplokal, auch Bierdorf genannt, zu welchem man bummelt oder fährt. Die klassische Exkneipe der Vitodurania ist die Mörsburg.
2) Letzter Kneipanlass im Semester.

F

Farbenlied
Die meisten Verbindungen kennen ein Farbenlied (Farbenkantus), mit welchem sie bei feierlichen Anlässen die Farben als höchstes Symbol der Verbindung preisen. Der Farbenkantus der Vitodurania «Wisst ihr was die Farben sollen...» wurde um 1875 wörtlich von der Basler Gymnasialverbindung Paedagogia, welche ebenfalls die Farben blau-weiss-blau trägt, übernommen. Gedichtet hat ihn 1865 der Paedagoge Johann Rohner v/o Probst.

Fuchs
Das Wort «Fuchs» oder «Fux» hat entgegen einer weit verbreiteten Ansicht mit dem Tier nichts zu tun. Es ist vielmehr aus dem lateinischen faex = Hefe, Bodensatz entstanden. Simon Roth erklärt den Ausdruck faex in seinem 1571 erschienenen Werk «Teutsches Dictionarium, das ist ein Auslegen schwerer und unbekannter teutscher, griechischer, lateinischer usw. Worte» wie folgt: «Ein boden gleger, trüß, heffen, das unterst, schlechtest und heyllosest eines jeden Dings, item ein Lap, ein Narr, ein grober unverständiger Mensch.» Danach bedeutet das Wort auf den Menschen übertragen etwa: ein Mann aus der Hefe des Volkes, ein zu unterst Stehender, ein Trottel und Tölpel. Interessanterweise heißen denn auch im Zeitalter des Pennalismus im 17. Jahrhundert die Neulinge unter den Studenten neben «Pennal» auch «Feix». Ein Feix hatte keinerlei Rechte und wurde als das dümmste, ungeschliffenste und niedrigste Wesen betrachtet. Nicht umsonst lautet der Fuchsenspruch in der Vitodurania heute noch: «Der Fuchs ist dumm, ruppig, geil, gemein, gefräßig und von niederer Herkunft.»
Aus «Feix» wurde dann sehr bald «Fuchs» oder «Fux» als allgemein gebräuchliche Bezeichnung des jungen Studenten.

Fuchsenstall
Die Füchse bilden im Bierstaat den sogenannten "Fuchsenstall", d.h. sie sitzen am Stamm in der Regel zusammen an einem Ende des Tisches unter der Obhut es Fuchsmajors. Im Gegensatz dazu spricht man bei den Burschen vornehmer vom "Burschensalon".

Fuchsmajor
Verantwortlicher für die «Erziehung» der Füchse. Obgleich kein Chargierter, der wichtigste Funktionsträger in einer Verbindung neben dem Erstchargierten. Dieses Amt wird bei den Hochschulverbindungen meist einem älteren Burschen oder erfahrenen Inaktiven übertragen. In der Vitodurania wurde der erste Fuxmajor am 7. April 1866 gewählt.

Fuchsenspruch
Ein Fuxe ist dumm, ruppig, geil, gemein, gefrässig und von niederer Herkunft!

Fuchsensprung
Am Besenbummel müssen die Fuxen ihre Sprungkraft unter Beweis stellen. Gewinner ist derjenige, welcher am höchsten über ein Seil springen kann.

Fux
Vergleiche Fuchs

Fuchsentaufe
Siehe Biertaufe.

G

Ganzer
In der Vitodurania drei Deziliter Bier (§ 29 Biercomment). Ein Ganzer besteht aus der Blume, einem Halben und dem Resten. Man kann daher mit einem Ganzen nur einen Halben vor- oder nachtrinken. Angetrunken ist das Glas, wenn der über den Rand des Glases gekippte Damen nicht nass wird, mit andern Worten, nachdem die Blume getrunken wurde. Siehe auch «Quanten».

Gaudeamus igitur
Das wohl berühmteste und feierlichste Studentenlied, deshalb auch «Lied der Lieder» genannt. Ursprünglich ein mittelalterlicher Kirchengesang, dessen Wurzeln sich bis 1267 zurückverfolgen lassen, wurde es 1781 von C. W. Kindleben in Halle in die heute noch gebräuchliche Form gebracht.
Generation
Mitglieder des gleichen Maturjahrganges, die zusammen aktiv waren bzw. sind.

H

Hammerschmied
Bierspiel. Die Corona singt zuerst folgendes Lied einmal durch: «Es ist ja kein Dörflein so kleine, ein Hammerschmied wohnet dareine... ». Sodann erheben sich der Praeses und die beiden rechts von ihm Sitzenden. Die Corona beginnt das Lied von neuem. Die drei Zecher verschlingen die Arme und trinken beim Vers «Zieh, Bruder, Zieh! » aus, stossen bei «Nieder mit ihm!» die Gläser auf den Tisch und hämmern zum Refrain «Schmiedet das Eisen...» im Takt auf den Tisch oder Bierfilz. Das Bierspiel dauert solange, bis alle auf die oben beschriebene Art getrunken haben. Der Hammerschmied endet mit einem satten Schlag sämtlicher Gläser. Nachschlagen ist verpönt.

I

Initium fidelitatis
Beginn des inoffiziellen Teiles einer studentischen Kneipe oder eines Kommerses.

J

Kein Eintrag

K

Kantus
Von lat. "cantus" = Lied.

Kantusmagister
Der Kantusmagister hat die Aufgabe, mit den Füchsen die obligatorischen Kantusstunden abzuhalten, damit diese die Lieder aus dem Kantusprügel einüben können. Im weiteren stimmt er in der Regel auch die offiziellen Lieder an Anlässen an. In der Vitodurania ist Kantusmagister eine Funktion die nicht unbedingt von einem Vorstandsmitglied besetzt sein muss.

Kantusprügel
So heisst das studentische Liederbuch.

Keilen
Das Werben neuer Mitglieder.

Kneipe
Traditioneller studentischer Anlass, der nach bestimmten Ritualen (Comment) mit Gesang, Reden und Zeremonien gestaltet wird. Zeitlich wird ein offizieller und ein inoffizieller Teil (Initium Fidelitatis) unterschieden. Räumlich gliedert sie sich in Präsidium, Burschensalon und Fuchsenstall. Eine besonders feierliche Variante der Kneipe ist der Kommers. Während der Reden und Zeremonien herrscht Silentium (Ruhe), dazwischen Kolloquium (Gespräch). Siehe auch die studentenhistorischen Notizen "Studentische Kneipzeremonien und Trinkspiele" und "Die Keiplokale der Vitodurania".

Kommers
Studentisches Trinkgelage aus besonderem Anlass in grösserem, festlichem Rahmen. Vor 1800 war das Wort «Kommers» gleichbedeutend mit dem Begriff «Kneipe». Seit 1800 werden als Kommers nur noch feierliche Veranstaltungen bezeichnet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden neben den Stiftungskommersen auch solche zu Beginn und Ende des Semesters durchgeführt. Der Antrittskommers diente dazu, den neuangekommenen Studenten ein Bild von dem Glanze und der Würde der Landsmannschaften (Corps) zu geben.

Kunigeln
Bierspiel. Die Zecher sitzen um den Tisch. Jeder erhält fortlaufend eine Nummer. Auf die Tischmitte werden so viele volle Becher gestellt, wie Zecher vorhanden sind. Der Praeses hebt von einem vollständigen Jasskartenspiel, welches gut gemischt worden ist, eine Karte nach der andern ab und zählt bei jeder Karte bis zu jener Zahl, die der Corona entspricht. Erscheint das Bild des ersten Königs, so hat der Inhaber derjenigen Nummer, bei welcher dieser König abgehoben worden ist, das erste Glas anzutrinken. Hebt der Praeses den zweiten König ab, so trinkt der Inhaber der entsprechenden Nummer das Glas halb aus. Beim dritten König wird das Glas ganz ausgetrunken, während der vierte König den Zecher mit der entsprechenden Nummer zwingt, das ausgetrunkene Glas zu bezahlen. Die zweite Runde steht unter der Leitung desjenigen, welcher den ersten Becher bezahlt hat, und läuft genau gleich ab. Das Spiel ist beendet, wenn alle Becher leer sind.

L

Landesvater
Seit dem 18. Jahrhundert üblicher Brauch, bei dem die Mützen mit den Schläger durchbohrt werden. Früher als Bekenntnis zu Landesvater und Vaterland, heute mehr Bekräftigung des Burscheneides.

Leibbursche, Leibfuchs
In der Regel wählt sich ein Fuchs einen Burschen, mit dem er besonders gut befreundet ist, der ihn dann in Verbindungsangelegenheiten berät. Hieraus entwickeln sich dann ganze "Bierfamilien".

Lebe, liebe
Bierspiel. Die ganze Corona erhebt sich und beginnt folgendes Lied zu singen: «Lebe, liebe, trinke, schwärme, und erfreue Dich mit mir; härme Dich, wenn ich mich härme, und sei wieder froh mit mir!» Vom Praeses ausgehend, wird rechtsherum bei jedem Wort des Liedes fortlaufend angestossen. Derjenige, mit dem beim Wort «mir» am Schluss des Liedes angestossen wird, trinkt aus und setzt sich. Das Anstossen hat genau im Takt des Liedes zu geschehen. Die drei Zecher, welche zuletzt noch stehen, stehen zusammen auf den Tisch und singen, von der Corona unterstützt, das Lied: «Es hatten drei Gesellen...». Bei der letzten Strophe «Da klangen der Gläser dreie» trinken auch sie aus. Siehe auch studentenhistorische Notiz "Studentische Kneipzeremonien und Trinkspiele"

Litteris et amicitiae
Devise der Vitodurania, d.h. dass die Wissenschaft (litteris) und die Freundschaft (amicitia) gepflegt werden.

M

Maturtanzi
Bis 1910 feierten die Vitoduraner den Abschluss ihrer Mittelschulzeit mit einer Maturkneipe. Im Herbst 1911 veranstalteten jedoch zwei Burschen auf eigene Initiative im Schloß Wülflingen einen Tanzabend. Leider fand diese Idee vorerst keine Nachahmung. Es blieb bei der Maturkneipe. Erst etliche Jahre später entschloß man sich, die Matur zusammen mit den Besen zu feiern. Zu diesem Zwecke fand am 10. Oktober 1925 auf dem «Bäumli» der erste «Maturtanzabend» statt.

Mütze
Studentische Kopfbedeckung in den Farben der Verbindung. Am weitesten verbreitet ist die Schirmmütze in verschiedenen Varianten.
Die Farbenmütze entstand etwa zur gleichen Zeit wie das Band. Sie taucht bald nach 1810 auf und verbreitet sich rasch. Die Form war jedoch vor 1850 nicht einheitlich. Der Student jener Zeit trug seine Mütze nach seinem eigenen Geschmack in der Hauptfarbe seiner Verbindung, aber ohne den Farbstreifen am unteren Rand. Dieser wurde erst um 1830 üblich, wurde aber bis 1848 zum Schutze vor behördlicher Verfolgung mit einem abnehmbaren Tuchstreifen in der Farbe der Mütze (sog. Blamage oder Präpüz) überdeckt. Im privaten Kreise wurde diese Tarnung entfernt. Ungefähr von der Mitte des 19. Jahrhunderts an nimmt die Couleurmütze die heutige Ausgestaltung an.

N

Nachtschoppen
Spätabendliche oder nächtliche Kneipe. Ein besonderer Anlass bei der Vitodurania ist der Altherren-Nachtschoppen: Gemäss ihren Statuten hat die Alt-Vitodurania unter anderem den Zweck, die freundschaftlichen Beziehungen unter den Mitgliedern zu fördern. Diesem Gedanken wurde in den Jahren 1902—1907 durch einen jährlichen Bummel nachgelebt. Dann jedoch erlahmte die Festfreudigkeit der Alt-Vitodurania. Um so höher schlugen die Wellen bei den Aktiven, was wiederum nicht allen Alten Herren behagte. 1921 sah sich der Altherren-Vorstand veranlasst, zur Einfachheit zu mahnen. Stein des Anstosses waren vor allem die hohen Kommerskosten. Das geeignetste Mittel, um auf die Aktiven einen mässigenden Einfluss ausüben zu können, schien dem damaligen Vorstand die gelegentliche Durchführung gemeinsamer Anlässe. So entstand auf Initiative des AH Dr. F. Gamper v/o Eva der Altherren-Nachtschoppen, der am 25. Juni 1921 auf dem «Bäumli» seine Premiere erlebte. Unser Historiker, Dr. Peter Hauser v/o Star zum Thema Bummel und Nachtschoppen der Vitodurania eine studentenhistorische Notiz verfasst.

Nagelprobe
Dieser Brauch lässt sich laut Vollmanns «Burschicosem Wörterbuch» bis in die Ritterzeit im Mittelalter zurückverfolgen. Nach den Trinksitten der edlen Rittersleute mussten die Humpen bis zum letzten Tropfen geleert werden. Zu diesem Zwecke kehrte man das Gefäss um und hielt es über den Nagel des Daumens. Floss auch nur ein Tropfen auf den Nagel, so war die Probe schlecht und es musste zur Strafe ein weiterer Humpen getrunken werden.
Die Nagelprobe wird in der Vitodurania gelegentlich noch bei Bierskandalen und dem Trinken aus dem sog. Besentopf angewendet, um festzustellen, ob auch wirklich ex getrunken worden ist.

O

Orden
Geheime studentische Gesellschaften im Geiste der Freimaurer, die im späten 18. Jahrhundert entstanden und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder verschwanden. Von ihnen übernahmen die Verbindungen vor allem das Prinzip der lebenslangen Freundschaft.

P

Pappenheimer
In der Vitodurania bis in die frühen 1930er Jahre übliches Bierspiel, bei welchem unter Absingen des Pappenheimer-Liedes ein «Halber in die Welti die Runde machte. Könnte um 1830 in Erlangen entstanden sein, wo es zu Ehren des Reitergenerals Graf Gottfried Heinrich zu Pappenheim (1594-1632) im Corps Onoldia eine Vereinigung «Pappenhemia» gab.

Paragraph 11
Der legendäre § 11 ist seit 1853 in den meisten Biercomments zu finden. Die Formulierung ist nicht einheitlich: Mal heisst es «Es wird fortgesoffen» oder «Es wird weiter fortgesoffen», mal erscheinen die Buchstaben «A.V.K.L.W.H.», was bedeutet «Alles voll, keiner leer, Wein her!», oder die Worte «Ergo bibamus».
Im ersten eigenen Biercomment der Vitodurania von 1875 wurde die Fassung «Es wird weiter fortgesoffen» gewählt. Heute ist das Wort «weiter» gestrichen. Die Herkunft des §11 ist umstritten. Wahrscheinlich geht er auf eine Handwerksgesellenordnung aus dem Jahre 1815 zurück, welche mit den Worten "Es wird weitergewandert" besagt, die Wanderung eines Gesellen dürfe nicht abgebrochen werden. Analog soll so mit dem Trinken nicht aufgehört werden.
Siehe auch die studentenhistorische Notiz "Der § 11 des Biercomments".

Pauken
1) Ausdruck für das studentische Mensurfechten, so etwa in der 5. Strophe des Liedes «Ich war Brandfuchs noch an Jahren....».
2) Studentisch für «heftig auf ein Examen lernen», wozu man sich früher vor allem in Deutschland des «Paukers» bediente, der mit den Studenten gegen Bezahlung Repetitorien durchführte.

Pennalismus
Unter «Pennalismus» versteht man die Sitten und Gebräuche, die im 17. Jahrhundert auf den deutschen Universitäten gegenüber den jungen Studenten angewendet wurden. Jeder Neuling musste damals ein «Pennaljahr» durchmachen, ehe er von den alten Burschen als gleichberechtigtes Mitglied in ihrem Burschenstaate angesehen wurde.

Philister
Von hebräisch «pelischtim» = Volksstamm in Palästina. Das Wort wurde im 16. Jahrhundert in der Bedeutung «Gegner von Gottes Wort» von den Theologiestudenten, die sich als Gottes auserwählte Schar empfanden, auf ihre Feinde, insbesondere die Polizei übertragen. Seit etwa 1690 bezeichnet man in der Studentensprache alle Nichtakademiker und Personen, die für studentische Sitten kein Verständnis haben, geringschätzig als Philister. Anderseits ist das Wort vor allem in Süddeutschland ein Synonym für «Alter Herr».

Präsident, Praeses
Der Vorstand der Vitodurania besteht aus drei Chargierten. Der Erstchargierte, bezeichnet durch das Symbol "x", ist der Präsident oder Preases. Er steht der Verbindung vor, leitet die Sitzungen sowie die zweiten Akte und vertritt den Verein nach aussen.

Q

Quanten
Gemäss Biercomment besteht ein sog. «Ganzer» aus 3 dl Bier. Der «ganze» Becher wird eingeteilt in «Blume», «Halber» und «Rest».

Quaestor
Der Vorstand der Vitodurania besteht aus drei Chargierten. Der Drittchargierte, bezeichnet durch das Symbol "xxx", ist der Quästor. Er führt insbesondere die Rechnung der Verbindung und organisiert, zusammen mit Präsident und Fuchsmajor, die Verbindungsanlässe.

R

Rezeption
Aufnahme eines Fuchsen

Rundgesang
Schon im 18. Jahrhundert waren Rundgesänge üblich. Jeder Zecher hatte ein Lied auf seine «Charmante» anzustimmen und ein bestimmtes Quantum zu trinken. Eine Art Rundgesang kennt die Vitodurania beim Trinken aus dem Besentopf. Die heute dabei noch gebräuchlichen Lieder «Lasset die feurigen Bomben» und «Rundgesang mit Gerstensaft» sind bereits für die Jahre 1778 respektive 1823 nachgewiesen.

S

Salamander
Der «Salamander» ist einer der rätselhaftesten Bräuche des studentischen Lebens. Er entstand wahrscheinlich um 1820 aus einem Schnapsspiel zu Ehren des Schnapsgottes «Salamander» in Breslau (sein Gegenstück ist der «Gambrinus» als Gott des Bieres). Nach und nach verbreitete sich das Spiel in mancherlei Abwandlungen auf die einzelnen Universitäten in Deutschland. Die Durchführung mit Bier oder Wein ist erstmals 1846 in Vollmanns «Burschicosem Wörterbuch» beschrieben. Dass der «Salamander» später zu einer feierlichen Ehrenbezeigung geworden ist, liegt wohl am komplizierten und genau vorgeschriebenen Ablauf der Zeremonie. In der Vitodurania finden wir diesen Brauch bereits im ersten eigenen Biercomment von 1875.

Schläger
Studentische Waffe zur Repräsentation im Vollwichs, bei «schlagenden» Verbindungen auch zum Mensurfechten.

Schmollis
Die Herkunft dieses jahrhundertealten Wortes ist nicht völlig geklärt. Einige Etymologen vertreten die Ansicht, es handle sich ursprünglich um ein besonderes, «Schmolles» genanntes Getränk. Sie stützen sich dabei auf die älteste bis heute bekanntgewordene Belegstelle aus dem Jahre 1749, wo es heisst: «Wenn Schmolles oder Branntwein getrunken wird, soll sich keiner weigern, 30 Gläser auszustossen.» Andere leiten Schmollis vom Verb «schmollen» = sich aufblasen, mit Saufen renommieren, ab.
Die populärste Deutung ist diejenige von Vollmann in seinem «Burschicosen Wörterbuch» aus dem Jahre 1846. Nach ihm entstand Schmollis aus lateinisch «sis mihi mollis amicus» = sei mir ein guter Freund.
Im frühen 19. Jahrhundert war Schmollis ein Zuruf des Kommerspräsidenten an die Corona mit der Aufforderung, allgemeine Bruderschaft zu trinken. In diesem Sinne bedeutet Schmollis-Trinken heute noch, Bruderschaft zu trinken.

Silentium
Lat. = Ruhe. Mit "silentium corona!" fordert der Präsident die Corona auf, alle Gespräche auf der Stelle einzustellen und sich ruhig zu verhalten. Der Fuchsmajor sorgt für Ruhe im Fuchsenstall. Silentium wird beispielsweise für eine Rede, ein kurzes Votum, ein Bierspiel, einen (offiziellen) Kantus oder auch für eine Biergemeinde verkündet. Wer ein Silentium verletzt, kann vom Präsidenten entsprechend bestraft werden, indem ihn dieser "in die Kanne" schickt oder in den Bierverschiss schreiben lässt. Das Silentium ist erst zu Ende, wenn der Präsident "colloquium corona!" verkündet hat.

Sine tempore (s.t.)
Studentische Zeitangabe, wenn ein Anlass genau zur angegebenen Zeit beginnt, z.B. 19.30 Uhr s.t. und nicht erst nach Abwarten des akademischen Viertels. Siehe auch cum tempore (c.t.).

Singbummel
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts war es in der Vitodurania Sitte, anfangs April einen Spefuxenbummel auf die Mörsburg, zum Bäumli oder Schloß Wülflingen zu veranstalten. Dieser kleine Anlaß fand in der Regel im Anschluss an die Gesangsprüfung der Kantonsschule statt. Im Protokoll vom 4. April 1918 wird erstmals auf diese Prüfung Bezug genommen und von einem «Bummel nach der Gesangsprüfung» berichtet. Ab 1923 heißt der Anlaß «Singbummel».
In den letzten Jahrzehnten hat es sich eingebürgert, den Weg von der «Sonne» zur Mörsburg auf einem geschmückten Rosswagen zurückzulegen. Traditionellerweise findet am Singbummel der Burschenschlag, d.h. der feierliche Übertritt der Fuchsen in den Burschenstatus, statt. Gleichzeitig wird auch der Chargenwechsel vorgenommen.
Der "moderne" Singbummel wird unter dem Kapitel "Die traditionellen Anlässe der Vitodurania" samt Bildern mit Eindrücken der letztjährigen Veranstaltung beschrieben.

Spefuchs
Der Begriff "Spefux" kommt vom Ausdruck "Fuchs in Spe", d. h. "in der Hoffnung Fuchs zu werden". Am Ende der 2. Klasse (4. fürs Rychenberg) , d. h. im letzten Quartal können die Schüler bei der Vitodurania "schnuppern" kommen ohne jede formelle Verbindlichkeit. Der Eintritt in die Verbindung erfolgt dann anfangs der 3. (5.) Klasse. In gewissen Ausnahmen kann es auch etwas später sein. Die Spefuxenseite fasst das Wichtigste für Spefuxen der Vitodurania zusammen.

Stamm
Regelmässig (in der Regel wöchentlich) stattfindende Kneipe im Stammlokal. Stammtag der Vitodurania ist der Freitag (bis vor kurzem der Dienstag, früher der Donnerstag). Das Stammlokal befindet sich - mit einem kurzen Unterbruch - seit 1892 im Restaurant «Sonne» an der Marktgasse.

Stiftungskommers
Feier anlässlich des Jahrestages der Gründung einer Verbindung. Der Stiftungskommers ist die älteste offizielle Veranstaltung der Vitodurania. Von 1864 bis 1876 hiess das Fest «Stiftungskneipe» und erst 1877 taucht der Ausdruck «Stiftungskommers» auf, als der Geburtstag der Vitodurania in einem besonders festlichen Rahmen mit Gästen aus der Lehrerschaft und dem öffentlichen Leben Winterthurs gefeiert wurde.

Stoff
Bezeichnung für Bier.

Stürmer
Besondere Studentenmütze. Wird in der Vitodurania vom Fuchsmajoren getragen.

T

Tempeln
Strafe für denjenigen, der sein angetrunkenes Deckelglas («Töpfli») offen stehen lässt, ohne es mit der Hand zu halten. Die anderen Zecher stellen ihre offenen Deckelgläser «tempelturmartig» über den Topf des Säumigen, bis dieser den Deckel des obersten Glases zuschlägt. Er hat die Biere der tempelnden Kneipanten zu bezahlen (§ 34 Biercomment).

Tempus
Zeitspanne, um etwas Bestimmtes während der Kneipe zu erledigen. In der Regel dauert ein gewöhnliches «Tempus utile» fünf Bierminuten, was drei normalen Minuten entspricht. Die Begriffe "tempus navigandi" oder auch "tempus schiffandi" (Zeit um auszutreten) sind davon abgeleitet.

Trinkspiele
Vergleiche: Bierspiele.

U

Umtaufe
Wer mit seinem Biernamen (Vulgo, Cerevis) nicht zufrieden ist, kann sich gegen eine Gebühr umtaufen lassen. Für die Vitodurania sind seit 1865 mehrere Umtaufen bezeugt.

V

Vitodurania
Der Verbindungsname «Vitodurania» wurde erst am 4. Juli 1871 eingeführt. Bei der Gründung im Jahre 1863 hiess der Verein schlicht und einfach «Gymnasialverein Winterthur». Gleichzeitig mit der Einführung des Farbenbandes am 20. Dezember 1863 wurde der Name in «Paedeia» umgeändert, was auf griechisch Erzieherin bedeutet. Diese Bezeichnung fand jedoch keine grosse Verbreitung, denn in den Protokollen ist bis 1871 meist vom «Circulus Gymnasialis Vitodurensis» die Rede. Geistiger Vater des Namens «Vitodurania» war der damalige Archivar Th. Mende v/o Hiob.
Weiter Informationen zur Vitodurania:
- Vitodurania in Kürze (ein Steckbrief)
- Unser Ehrenpräsident Dr. Peter Hauser v/o Star, Autor der Chronik der Vitodurania (Geschichte), schreibt in seiner monatlichen Kolumne "Studentenhistorische Notizen" zu Themen aus der Geschichte der Verbindungen im Allgemeinen und der Vitodurania im Speziellen.

Vollwichs
Siehe Wichs.

Vortanzi
Anlass der Aktivitas zur Vorbereitung auf den Besenbummel. Ursprünglich besuchten die Aktiven zusammen mit Ihren Besen Tanzstunden. Die Vortanzi galt dann als "Generalprobe". Historisches zur Vortanzi findet man im Kapitel "Die traditionellen Anlässe der Vitodurania".

Vulgo
Lat. = beim Volk. Die Abkürzung v. oder v/o wird zwischen den bürgerlichen Namen und den Biernamen gesetzt. Vulgo wird auch als Synonym für Couleurname, Biername oder Cerevis selbst verwendet.

W

Weihnachtskommers
Dieser Anlaß ging erstmals am 12. Januar 1868 in Szene. Die ursprüngliche Bezeichnung des Festes war «Weihnachtskneipe». Der Ausdruck Weihnachtskommers erscheint erst ab 1900 in den Protokollen. Der Weihnachtskommers ist heute neben dem Stiftungskommers der am besten besuchte Männeranlass der Vitodurania. Durch die Einführung von Bierfamiliennachtessen im Jahre 1970 ist es gelungen, die Alten Herren wieder zur Teilnahme zu bewegen. Das Fest ist auch ein geeigneter Anlaß, den Kontakt mit der Lehrerschaft zu pflegen. Erfreulicherweise hat in den letzten Jahren eine stattliche Zahl von Vertretern der Schule den Einladungen Folge geleistet.
Siehe auch Weihnachtliche Bräuche der Vitodurania (aus Star's studentenhistorischen Notizen).

Wichs
Unter «Wichs» versteht man die festliche Kleidung der Chargierten und des Fuchsmajors einer Verbindung; dabei wird zwischen Voll- und Halbwichs unterschieden. Der Wichs ist aus den alten Uniformen der Landsmannschaften und Corps entstanden, die schon um 1800 bei feierlichen Aufzügen getragen wurden. Aufmachung und Schnitt waren den damaligen militärischen Uniformen angepasst. Die Farbe des Rockes entsprach meist derjenigen der Hauptfarbe der Verbindung. Aufschläge und Stickereien zeigten die anderen Farben. Dazu gehörten weisse Reithosen, Reitstiefel, grosser Zwei- oder Dreispitz mit einem Busch in den Corpsfarben sowie Reitersäbel oder Schläger. Diese Uniformen sind bis etwa 1830 in Gebrauch gewesen. An die Stelle des Uniformrockes trat die farbige Pekesche (Schnurrock, auch Polonaise genannt), die zweifellos ihre Einführung und rasche Verbreitung der Polenbegeisterung jener Zeit verdankt. Im weiteren wurde der Zwei- oder Dreispitz vom sog. Cerevis abgelöst, womit der Wichs seine heutige Form gefunden hatte.

X

kein Eintrag

Y

kein Eintrag

Z

Zirkel
Symbol einer Verbindung. Der Zirkel geht auf die Zeit der studentischen Orden in Deutschland (1750—1800) zurück. Die Orden verwendeten die Anfangsbuchstaben ihres Wahlspruches als geheimes Erkennungszeichen. Ursprünglich nebeneinandergesetzt, später oft je nach Geschmack miteinander verschlungen, zuweilen auch in Verbindung mit liegenden Kreuzen gebracht, die bestimmte ausgelassene Buchstaben bedeuten, ist diese Buchstabenfolge das Urbild des Zirkels.
Die Landsmannschaften oder Corps, welche die Orden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ablösten, übernahmen diesen Brauch und verschlangen entweder die Anfangsbuchstaben ihres Wahlspruches oder die des Satzes «vivant fratres . . . » (z. B. Rhenanici) oder «vivat circulus fratrum Rhenaniae». Später finden sich in den Zirkeln auch die Worte «vivat, crescat, floreat». Das Ausrufezeichen hinter dem Zirkel wurde erst um 1830 üblich.
Der erste urkundlich belegte Zirkel der Vitodurania stammt aus dem Jahre 1864. Im Wintersemester 1865/66 wurde er in die heutige Form abgeändert.

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I./II. Akt
I. Akte beziehen sich auf den ersten Teil des vitoduranischen Wahlspruches «litteris et amicitiae». Sie sind also im weitesten Sinne der Bildung gewidmet. II. Akte dienen dagegen der Pflege der Freundschaft (amicitia). Hier wird nach Biercomment gezecht, es werden Studentenlieder gesungen, humorvolle Reden gehalten oder Bierspiele durchgeführt.

x / xx / xxx
Bei diesen Zeichen handelt es sich nicht um den Buchstaben 'x', sondern um sog. Chargenkreuze, welche die Vorstandsämter (Chargen) symbolisieren.
In der Vitodurania gilt dabei folgende Regelung: x = Praeses, xx = Aktuar, xxx = Quaestor.